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Willkommen auf der Webseite des Fledermausprojekts
Fledermäuse
sind Säugetiere, die es schon seit über 50
Millionen Jahren gibt. Umweltveränderungen durch den Menschen haben in den letzten Jahrzehnten zu drastischen
Bestandsrückgängen der fliegenden Insektenjäger geführt!
Alle einheimischen Fledermausarten stehen deshalb unter Naturschutz.
Trotzdem sind die meisten Fledermausarten nach wie vor stark gefährdet.
Der Fledermausschutz bleibt deshalb auch in Zukunft ein wichtiger Teil der Arbeit des
Naturpark Bayerischer Wald e.V..
Mit dieser Website möchten wir Sie für diese faszinierenden Geschöpfe begeistern.
Fledermausarten in Ostbayern
Bechsteinfledermaus

Myotis bechsteinii [Glattnase]
Die Bechsteinfledermaus hat die längsten Ohren der Gattung Myotis. Sie ist eine typische Waldfledermaus, die Höhlen und Nistkästen besiedelt und fast ausschließlich nur im Wald jagt. In Ostbayern konnten Wochenstuben und Winterquartiere dieser Art festgestellt werden. Waldfledermäuse sind grundsätzlich wesentlich schwerer zu finden als Hausfledermäuse. Über deren Bestände ist das Wissen daher noch sehr lückenhaft. Informationen über besetzte Höhlenbäume - oft erkennbar durch dunkle Spuren am Einflugloch - sind daher äußerst erwünscht.
Die Bechsteinfledermaus ist im Untersuchungsgebiet, vor allem im wärmeren Vorwald häufig aufgefunden worden. Bei dieser Art handelt es sich allerdings um eine Waldfledermaus die naturgemäß schwieriger zu beobachten ist. Die Bechsteinfledermaus bildet im Untersuchungsgebiet Wochenstuben und hat hier, neben dem Steigerwald, eine der größeren Population Bayerns. Kolonien wurden durch Zufall bei Baumfällarbeiten, oder durch verletzte laktierende Weibchen oder trächtige Weibchen nachgewiesen, nur einmal konnte eine große Wochenstube direkt in Vogelkästen in einem Garten am Waldrand gefunden werden. Das Klima und die Strukturen im vorderen Bayerische Wald sind für diese Art ideal. Bei genügend Quartieren (Baumhöhlen) ist mit einem weitaus größeren Vorkommen dieser Art in zu rechen. Diese Fledermausart profitiert am meisten durch eine naturnahe Waldnutzung mit der Belassung von Höhlenbäumen und der Aufhängung geeigneter Kästen. Bei Nistkastenkontrollen in den kalten Hochlagen wurden regelmäßig sehr alte, einzelne Männchen gefunden. In den Winterquartieren ist diese Art selten anzutreffen. Auffallend war die hohe Balz- und Flugaktivität der Bechsteinfledermaus an einem Stollen (Hennenkobl), ob die Tiere dort auch überwintern ist nicht bekannt, da der Stollen nicht mehr begehbar ist.
Vorkommen in Tschechien
In Tschechien wurde diese Art ebenfalls nur sporadisch meist in den mittleren und tieferen Lagen aufgefunden, auch hier wurden Kolonien und Wochenstuben in Baumhöhlen und Vogelkästen in oder in der Nähe von Laubwald oder naturnahem Mischwald beobachtet.
Großes Mausohr

Myotis myotis [Glattnase]
Das Große Mausohr jagt bevorzugt im Laubwald und sucht dort nach Laufkäfern. Sie ist die größte Fledermaus Bayerns und besiedelt Kirchen und Schlösser. Das Große Mausohr ist eine wärmeliebende Art und kommt hauptsächlich in unteren Lagen vor. Die Art ist durch Kirchenrenovierungen, Holzschutzmitteleinsatz und Vergitterungen besonders betroffen. In Ostbayern Nähe Deggendorf befindet sich mit über 1000 Tieren die größte Wochenstube Südbayerns.
Das wärmeliebende Große Mausohr ist im Untersuchungsgebiet weit verbeitet. In Kirchen und in privaten Wohnhäusern finden sich im Sommer Einzeltiere (vermutlich Männchen) bis hinauf in die Hochlagen (Höchster Fundort: Kirche in Finsterau 998 m). Die Wochenstuben befinden sich hingegen in den niederen Lagen des Bayerischen Waldes in sogenannten Wärmeinseln, meist entlang der Regensenke, des Vorwaldes oder in der Donauniederung bzw. im südlichsten Teil von Straubing-Bogen im Donau-Isar-Hügelland. Mit Wochenstubengrößen von über 1000 Tieren befinden sich in dieser Region die größten Wochenstuben Südbayerns.
Quartiere, Wärme und Wald als Jagdbiotiop sind im Untersuchungsgebiet für diese anspruchsvolle Art der limitierende Faktor. Große Mausohren kommen besonders in Kirchen und Schlössern vor. Diese Art von Gebäuden sind im Bayerischen Wald mit ca. 100 Kirchen pro Landkreis deutlich geringer vorhanden als in Gebieten Mittelfrankens mit ca. 300 - 500 solcher Gebäude pro Landkreis. Es bleibt für Wochenstuben dieser Art also nur ein vergleichsweise kleines Siedlungsareal übrig. Im Gäuboden gibt es nicht genug Wald für diese waldgebundene Art und im hinteren Bayerischen Wald ist es für die Wochenstuben zu kalt. Alte Spuren zeigen auf, dass in den günstigen Gebieten früher mehr Kirchen von Großen Mausohr-Kolonien besiedelt waren. Diese Fledermausart ist im Untersuchungsgebiet am stärksten von unkontrollierten Kirchenrenovierungen betroffen. Die kleinen Wochenstuben (ca. 30 Tiere) des Großen Mausohrs verzeichnen eine geringe oder keine Zunahme. Die größeren Kolonien über 100 Tiere scheinen langsam zu wachsen. Nur eine Kolonie in der Lallinger Kirche nimmt aus bisher völlig ungeklärten Gründen stetig ab. Die Großen Mauohren überwintern in Stollen und feuchten Kellern. Sie bilden dort kleine Überwinterungsgruppen. Für die Großen Mausohren ist der Bayerische Wald ein Randverbreitungsgebiet, diese Art ist regional als sehr gefährdet anzusehen.
Vorkommen in Tschechien
In Tschechien zeigt sich die Situation ähnlich. Dort kommt das Große Mausohr regelmäßig vor, Wochenstuben haben hier eine Größe von etwa 200 Tieren und befinden sich in tieferen Lagen. Ein in Tschechien 1976 beringtes Mausohrweibchen wurde in den Jahren 1998 und 1999 im Bayerischen Wald im Rotkotstollen gefunden. Das Quartierangebot ist aufgrund des geringeren Renovierungsdrucks höher. Dennoch sollten auch hier die Kirchenrenovierungen betreut werden, um dem Quartierverlust entgegen zu wirken.
Große Bartfledermaus

Myotis brandtii [Glattnase]
Die Große Bartfledermaus ist seltner als ihre Zwillingsart Kleine Bartfledermaus. Diese Art ist aber im ganzen Gebiet auch jenseits der Donau und bis in die Hochlagen zu finden. Die Große Bartfledermaus lebt mehr im Wald in Baumhöhlen, Baumspalten und Nistkästen, als unter Dach- und Holzverschalungen an Häusern. Sie ist daher schwieriger zu finden als ihre Zwillingsart.
Die Große und Kleine Bartfledermaus werden hier in einem Kapitel zusammengefasst, da es sich um Zwillingsarten handelt. Die beiden Arten sind nur in der Hand zu unterscheiden und manchmal nur anhand von männlichen Tieren (Penisform). Einige Funde sind daher unter der Bezeichnung Bartfledermäuse spec. zusammengefasst. Die Bartfledermäuse sind die am häufigsten gemeldeten Arten. Ihr typisches Quartier befindet sich unter Holzverschalungen vornehmlich an Häusern, selten an Scheunen. Typisch dabei ist die Kombination aus Holz und Wand, nur in zwei Fällen fanden sich Kleine Bartfledermäuse zwischen zwei Holzwänden. Selten konnten auch meist kleinere Kolonien von 5 - 20 Tieren unter Balken und Hauswand oder unter Fensterläden gefunden werden. Die Bartfledermäuse verursachen aufgrund ihrer Quartierwahl die meisten Probleme. Der Fensterbank und Fenster verschmutzende Kot und Urin führt manchmal zu einer Ablehnung der Tiere. Die Beratungsgespräche mit den Quartierbesitzern sind besonders in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Wenn eine Unterscheidung der beiden Zwillingsarten möglich war, konnte etwas häufiger die Kleine Bartfledermäuse festgestellt werden. Nicht selten befinden sich beide Arten an unterschiedlichen Hangplätzen in einem Quartier, was die Artbestimmung noch zusätzlich erschwert. Um letztendliche Sicherheit über das Gesamtvorkommen beider Arten zu haben, müssten die bekannten Kolonien vollständig abgefangen werden. Diese sehr zeitintensive Maßnahme wurde aus Zeit- und Schutzgründen nicht durchgeführt. Einige Quartierbesitzer würden ihre Genehmigung hierzu auch nicht erteilen. Verbreitungsschwerpunkt im Bayerischen Wald sind die mittleren Lagen bis über den Vorwald hinunter an die Donau. In den höheren Grenzlagenlagen wurde keine Wochenstube, jedoch jagende Tiere - auch über Hochmoore - beobachtet. Bei Fängen handelte es sich hier meist um Große Bartfledermäuse. Auffallend ist das regelmäßige Vorkommen in dem Biotop armen Gäuboden (Dungau). Dort konnten bisher nur Kleine Bartfledermäuse nachgewiesen werden. In den Jagdbiotopen an Bach und Flussläufen ist die Bartfledermaus regelmäßig aber nicht häufig zu beobachten. Am Silberberg wurden zur Balzzeit nur wenige Tiere gefangen. Im Winterschlaf sind beide Arten häufig. Hier ist das Verhältnis zwischen Kleiner und Großer Bartfledermaus ist (wenn sie zu unterscheiden waren) zwar schwankend, aber relativ ausgeglichen. In anderen Winterquartieren werden selten und dann nur einzelne Bartfledermäuse gefunden.
Vorkommen in Tschechien
In Tschechien sind die Untersuchungsergebnisse weitgehend identisch. Die Kleine Bartfledermaus ist ebenfalls häufiger und bis in die Tieflagen verbreitet.
Kleine Bartfledermaus

Myotis mystacinus [Glattnase]
Sie ist die häufigste kleine Fledermausart in Ostbayern. Weit über das gesamte Gebiet verbreitet, lebt sie hauptsächlich unter Holzverkleidungen an Wohnhäusern. Dort wird sie oft entdeckt und verursacht wegen herabfallenden Kot öfter Probleme mit sehr ordnungsliebenden Hausbesitzern.
Die Große und Kleine Bartfledermaus werden hier in einem Kapitel zusammengefasst, da es sich um Zwillingsarten handelt. Die beiden Arten sind nur in der Hand zu unterscheiden und manchmal nur anhand von männlichen Tieren (Penisform). Einige Funde sind daher unter der Bezeichnung Bartfledermäuse spec. zusammengefasst. Die Bartfledermäuse sind die am häufigsten gemeldeten Arten. Ihr typisches Quartier befindet sich unter Holzverschalungen vornehmlich an Häusern, selten an Scheunen. Typisch dabei ist die Kombination aus Holz und Wand, nur in zwei Fällen fanden sich Kleine Bartfledermäuse zwischen zwei Holzwänden. Selten konnten auch meist kleinere Kolonien von 5 - 20 Tieren unter Balken und Hauswand oder unter Fensterläden gefunden werden. Die Bartfledermäuse verursachen aufgrund ihrer Quartierwahl die meisten Probleme. Der Fensterbank und Fenster verschmutzende Kot und Urin führt manchmal zu einer Ablehnung der Tiere. Die Beratungsgespräche mit den Quartierbesitzern sind besonders in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Wenn eine Unterscheidung der beiden Zwillingsarten möglich war, konnte etwas häufiger die Kleine Bartfledermäuse festgestellt werden. Nicht selten befinden sich beide Arten an unterschiedlichen Hangplätzen in einem Quartier, was die Artbestimmung noch zusätzlich erschwert. Um letztendliche Sicherheit über das Gesamtvorkommen beider Arten zu haben, müssten die bekannten Kolonien vollständig abgefangen werden. Diese sehr zeitintensive Maßnahme wurde aus Zeit- und Schutzgründen nicht durchgeführt. Einige Quartierbesitzer würden ihre Genehmigung hierzu auch nicht erteilen. Verbreitungsschwerpunkt im Bayerischen Wald sind die mittleren Lagen bis über den Vorwald hinunter an die Donau. In den höheren Grenzlagenlagen wurde keine Wochenstube, jedoch jagende Tiere - auch über Hochmoore - beobachtet. Bei Fängen handelte es sich hier meist um Große Bartfledermäuse. Auffallend ist das regelmäßige Vorkommen in dem Biotop armen Gäuboden (Dungau). Dort konnten bisher nur Kleine Bartfledermäuse nachgewiesen werden. In den Jagdbiotopen an Bach und Flussläufen ist die Bartfledermaus regelmäßig aber nicht häufig zu beobachten. Am Silberberg wurden zur Balzzeit nur wenige Tiere gefangen. Im Winterschlaf sind beide Arten häufig. Hier ist das Verhältnis zwischen Kleiner und Großer Bartfledermaus ist (wenn sie zu unterscheiden waren) zwar schwankend, aber relativ ausgeglichen. In anderen Winterquartieren werden selten und dann nur einzelne Bartfledermäuse gefunden.
Vorkommen in Tschechien
In Tschechien sind die Untersuchungsergebnisse weitgehend identisch. Die Kleine Bartfledermaus ist ebenfalls häufiger und bis in die Tieflagen verbreitet.
Wasserfledermaus

Myotis daubentonii [Glattnase]
Die Wasserfledermaus ist eine im ganzen Gebiet häufige, mittelgroße Art. Sie lebt im Wald in Baumspalten, Baumhöhlen, Felsspalten. Mag kalte feuchte Quartiere und jagt gern direkt über Wasseroberflächen. Sie ist dort leicht mit Taschenlampen zu beobachten. Wasserfledermaus
Die Wasserfledermaus ist eine der häufigsten baumbewohnenden Arten des Untersuchungsgebietes. Die Wochenstuben und Kolonien befinden sich in Baumhöhlen und Baumspalten sowie in Gesteinsspalten und sind daher nur durch Zufall zu entdecken. Wochenstuben und Kolonien wurden zwar gefunden, dennoch stellen diese Funde nur einen geringen Prozentsatz des tatsächlichen Vorkommens dar. Fänge laktierender Weibchen deuten auf eine Fortpflanzung im gesamten Untersuchungsgebiet, außer dem Dungau, hin. Nur in den extremen Hochlagen konnten keine laktierenden Weibchen gefangen werden. Wasserfledermäuse können sehr gut über die Beobachtung jagender Tiere an Gewässern kartiert werden. Es ist so möglich einen Eindruck über die Häufigkeit dieser Art zu bekommen. Auf jedem untersuchten Gewässer konnten eine bis sehr viele jagende Tiere beobachtet werden, lediglich an der Gewässern im Dungau fehlte diese sonst so verbreitete Art. Diese Beobachtung ist vermutlich mit dem fehlenden Wald in dem Gebiet zu erklären. Die Wasserfledermaus kommt praktisch auf jeder Art von Gewässer vor, in dessen Nähe sich Wald befindet. Einzelne Wasserfledermäuse wurden sogar auf dem Rachelsee in 1220 m Höhe beobachtet und sogar in frostigen Nächten und auf halb zugefrorenen See. Selbst auf hochgelegenen Mooren und kleinen Moorseen wurden Wasserfledermäuse registriert. Stark vertreten ist die Wasserfledermaus besonders in den tieferen Lagen in der auch häufiger laktierende Weibchen gefangen wurden. Die Donau und das Isarmündungsgebiet aber auch der Regen und die Große Ohe sind typische Schwerpunktgebiete für die Wald- und Wasser-gebundene Art. Wasserfledermäuse werden auch immer wieder in Dehnungsfugen von Brücken angetroffen. Selbst Kolonien von bis zu 60 Wasserfledermäusen wurden zusammen mit Mopsfledermäusen in einem Hohlraum der Oleumsbrücke in Regen entdeckt. Weil diese Art sehr unproblematische Quartiere wie Gesteinsspalten nutzt, die es im Bayerischen Wald in uneingeschränkter Anzahl gibt, sind die Wasserfledermäuse höchstens von Baumfällungen und Brückensanierungen betroffen. Als Winterquartier benutzt diese Art auch Stollen (im Silberberg häufige Art) und Keller. Invasionsartige Einflüge konnten in den Silberberg festgestellt werden, jedoch nicht in der Größenordnung wie sie aus anderen großen Winterquartieren bekannt sind. Eine Überwinterung in Gesteinsspalten ist wahrscheinlich.
Vorkommen in Tschechien
In Tschechien gelten die Wasserfledermäuse als die häufigste Art im Untersuchungsgebiet, sie ist im gesamten Sumava verbreitet. Seit ca. 30 Jahren gilt diese Art als langsam zunehmend. Frühere Beobachtungen konnten sehr viel weniger Vorkommen der Wasserfledermaus über Gewässer beobachten, nunmehr sind alle Gewässer - auch diejenigen in den hohen Lagen und sogar kleine Moorseen - mit jagenden Tieren besetzt.
Fransenfledermaus

Myotis nattereri [Glattnase]
In den unteren und mittleren Lagen eine häufige, mittelgroße Art. Sie lebt in ausgeschlagenen Hohlblocksteinen und Entlüftungsschächten von Kuhställen und frißt besonders gern nachts in Kuhställen die Stallfliegen von der Wand.
Diese Art ist überall verbreitet jedoch mäßig häufig anzutreffen. Einer der Gründe liegt sicher an der sehr variablen Quartierwahl dieser Art. Sie kann in Baumhöhlen, Kirchendachböden, Scheunen, vor allem aber in Hohlblocksteinen, manchmal zusammen mit Kolonien von Braunen und Grauen Langohren, vorkommen. Die Koloniegrößen betragen bis zu 60 Tiere. Die meisten Quartiere dieser Art sind nicht so einfach zu entdecken und geben wenig Anlass zu Konflikten. Fransenfledermäuse sind häufig in landwirtschaftlichen Anwesen anzutreffen wo sie regelmäßig in den Viehställen jagen. Deswegen können sie auch sehr unnatürliche Bereiche (z.B. Gäuboden) besiedeln. Häufig wurden jedoch auch Quartiere in Gewässernähe und fliegende Tiere über den Gewässern beobachtet Die Fransenfledermäuse können auch Kästen oder sogar Baumhöhlen besiedeln. Solche Quartiere sind noch schwieriger zu finden und in dieser Erfassung deshalb unterrepräsentiert. Man muss also von einem weitaus höheren Bestand dieser Art im Untersuchungsgebiet ausgehen. Fransenfledermäuse wurden häufiger schon tagsüber jagend in Viehställen gesehen, vor allem wenn im Sommer und Herbst Kaltwetter - Perioden sehr lang waren. Oft wurden die Tiere bis in den September hinein in den Hohlblocksteinen oder Viehställen beobachtet. Diese Art lebt dort sehr unbemerkt, der herabfallende Kot wird öfter für Rattenkot gehalten. Die Quartiere werden deshalb manchmal verschlossen oder verputzt. Die Tiere sind in diesem Fall unmittelbar bedroht und könnten eingeschlossen werden. Beratungsgespräche führten in jedem Fall dazu, dass die Öffnungen in denen die Fledermäuse leben, offengehalten wurden. Diese Fledermausart ist beliebt, die Quartierwahl bietet wenig Konfliktpotential und die Menschen erleben die Fledermäuse unmittelbar als nützlichen Fliegenfänger im Stall. In den Winterquartieren sind die Fransenfledermäuse - außer im Silberberg - als Einzeltiere zu beobachten.
Vorkommen in Tschechien
In Tschechien wird ebenfalls mit einer Zunahme der Bestände gerechnet. Auch hier wurden ca. 50-köpfige Sommerkolonien in Kirchen, hinter Balken in Gebäuden und in Baumhöhlen, häufig in der Nähe von Gewässern beobachtet. In Tschechien werden Felsspalten als Quartiere erwähnt, dieser Quartiertyp konnte in Bayern noch nicht festgestellt werden, er wird hier jedoch auch ein Zusammenhang mit Balz- und Winterquartieren vermutet. Die in Tschechien häufige Frühjahrs- und Herbst- Beobachtung von Tieren in großer Höhe und waldreicher Gegend im Sumava konnte im Bayerischen Wald bisher nicht bestätigt werden.
Wimpernfledermaus

Myotis emarginatus [Glattnase]
Sehr seltene mittelgroße Art, wurde bisher nur im Alpenvorland nachgewiesen, ein Einzeltier wurde an den Innstauseen im Landkreis Passau festgestellt. Sie jagt wie die Fransenfledermaus in Ställen.Wimperfledermaus
Diese regional sehr eingeschränkt verbreitete Art (Verbreitungsschwerpunkt Voralpenland) wurde im Bayerischen Wald bisher nicht nachgewiesen. Der einzige Nachweis dieser Art stammt aus den Inn- und Donauauen. Dort wurde ein laktierendes Weibchen gefangen. Diese wärmeliebende Art ist in den niederen Lagen des Untersuchungsgebietes lediglich als
Durchzügler zu vermuten
Vorkommen in Tschechien
In Tschechien wurden zwei Einzeltiere (auch Weibchen) dieser Art gefunden. Es handelte sich hier vermutlich auch um Durchzügler.
Braunes Langohr

Plecotus auritus [Glattnase]
Mittelgroße Art mit auffallend großen Ohren. Sie ist überall bis in die Hochlagen sehr häufig. Besiedelt viele verschiedene Quartiere: Kirchen, Dachböden von Wohnhäusern, Scheunen, Nistkästen, Baumhöhlen und - spalten. Das Braune Langohr wird oft anhand der Falterflügel, die beim Fressen verloren werden, erkannt.
Das Braune Langohr ist im gesamten Untersuchungsgebiet weit verbreitet und häufig. Die Art besiedelt viel unterschiedliche Quartiere wie Baumhöhlen, Nistkästen, Scheunen, Kirchendachböden, Dachverschalungen und Holzverschalungen an Häusern. Die Art bildet in der Regel nur kleinere Wochenstuben von 2 bis max 50 Tiere und lebt sehr leise und versteckt in Spalten. Das Jagdverhalten der Langohren ist ebenfalls sehr heimlich. Als sogenannte leise Flüsterer, die nahe am Gebüsch jagen, sind sie über Beobachtungen und Detektorkontrollen schwer im Gelände zu finden. Aufgrund dieser Lebensweise ist von dieser Art sicher nur ein kleiner Teil der Gesamtpopulation zu finden. Trotzdem ist das Braune Langohr eine der häufigsten Arten im Untersuchungsgebiet. Es ist aus oben genannten Gründen mit einer deutlich höheren Anzahl zu rechnen. Offenbar sind die Langohren nicht unbedingt an Wald gebunden. Das Braune Langohr ist in den Hochlagen ebenso zu finden wie im Dungau. Bei den Braunen Langohren kann von einem positiven Entwicklungstrend ausgegangen werden. Es wurden in den letzten 10 Jahren 15 Kirchen mit Kolonien neu besiedelt. Der positiven Entwicklungstendenz steht eine große Zahl an Kirchenrenovierungen gegenüber, die eine Neubesiedelung mit Langohren unmöglich macht. Das Braune Langohr wird wegen seiner heimlichen Lebensweise auch selten entdeckt und fällt deshalb unbeabsichtigt Renovierungen zum Opfer. In Winterquartieren ist das Braune Langohr regelmäßig anzutreffen; besonders im Silberberg, wo die Tiere auch intensive Balzflüge durchführen. Häufig war es in den Sommerquartieren nicht möglich Braune und Graue Langohren mit Sicherheit zu unterscheiden. Es wären hierzu sehr viel aufwändigere Fangmaßnahmen notwendig gewesen. Die Karten stellen nur die sicher bestimmten Arten, nicht aber die Plecotus spec. dar.
Vorkommen in Tschechien
Auch in Tschechien besiedelt das Braune Langohr alle Habitattypen und ist praktisch überall verbreitet. Hier wurde ebenfalls ein langsamer Individuenzuwachs festgestellt. Diese Beobachtungen stammen jedoch aus den Winterquartierkontrollen.
Graues Langohr

Plecotus austriacus [Glattnase]
Zwillingsart des Braunen Langohrs. Die Farbe des Gesichts ist etwas dunkler. Diese Art ist wärmeliebender und kommt nur in den tieferen bis mittleren Lagen öfter zusammen mit dem Braunen Langohr vor. Sie besiedelt nur Gebäude.
Das Graue Langohr ist insgesamt seltener und kommt im Untersuchungsgebiet auch seltener vor als sein Zwillingsvertreter. Das Graue Langohr ist wie das Braune Langohr aufgrund der heimlichen Lebensweise schwer zu finden, deshalb ist hier auch eine hohe Dunkelziffer zu vermuten. Das Graue Langohr hat jedoch eine erstaunlich große Verbreitung im Donauraum wo diese Art recht häufig vorkommt, manchmal sogar häufiger als das Braune Langohr. Es finden sich sehr oft auch gemischte Vorkommen in einer Kirche. Es bilden sich separate Gruppen. Beide Arten in einer Gruppe wurden bisher nicht beobachtet. Auffallend ist das Vorkommen in Münster (Landkreis Straubing-Bogen). In der neueren Kirche befindet sich eine Wochenstube des Braunen Langohrs, in der alten Kirche und jetzigen Leichenhaus befindet sich eine Wochenstube des Grauen Langohres. Die beiden Arten wechseln in den Quartieren hin und her, so dass in beiden Quartieren beide Arten regelmäßig vorkommen. Dieses Verhalten erschwert die Unterscheidungsmöglichkeit der beiden Arten ebenfalls beträchtlich. Um alle Langohrvorkommen genau zu bestimmen sind daher intensive Kontrollen erforderlich, die von der Autorin derzeit nur eingeschränkt, und von den Betreuern nicht geleistet werden kann. Vorkommen des Grauen Langohrs wurden bis in die Mittleren Lagen des Bayerischen Waldes beobachtet, Wochenstuben wurden meistens in den Tieflagen des Donauraums aber auch in Viechtach und in Regen gefunden. Diese Art gilt als wärmeliebend und ist auch in der Quartierwahl deutlich eingeschränkter als das Braune Langohr. Die Art kommt z.B. nicht in Baumhöhlen oder Nistkästen vor. Nachweise aus den Hochlagen - so wie beim Braunen Langohr - bestehen bisher nicht. Das Überwinterungsverhalten dieser Art im Untersuchungsgebiet ist nicht geklärt. In den kontrollierten Winterquartieren ist diese Art nicht zu finden, lediglich in trockneren Kellern konnten Einzelbeobachtungen gemacht werden. Es wird vermutet, dass diese Art in den Kirchendachböden des Donauraums überwintert.
Vorkommen in Tschechien
In Tschechien wurden das Graue Langohr ebenfalls hauptsächlich in den tieferen Lagen bis in die Mittellagen gefunden. In den tieferen Lagen haben die Grauen Langohren ihren Verbreitungsschwerpunkt und kommen vor allem in der Nähe von größeren Städten vor. Die in Tschechien beobachtete leichte Abnahme der Bestände konnte in Bayern nicht beobachtet werden.
Mopsfledermaus

Barbastella barbastellus [Glattnase]
Die sehr seltene mittelgroße Fledermausart ist vom Aussterben bedroht und sonst überall rückläufig. Zwei von vier bayerischen Wochenstuben wurden im Landkreis Passau nachgewiesen. Das größte Winter- und Balzquartier Deutschlands für diese Art befindet sich im Silberberg bei Bodenmais. Die Bestände sind im Bayerischen Wald bisher stabil.
Die seltene Mopsfledermaus ist euopaweit sehr selten und in ganz Deutschland rückläufig. Im Untersuchungsgebiet besteht das größte Vorkommen dieser Art in ganz Mitteleuropa im Silberberg (siehe Winterquartiere). Es sind außerdem noch andere kühle Keller und Höhlen mit Mopsfledermäusen im Winter besetzt. Die Bestände sind hier stabil, im Silberberg sogar deutlich ansteigend. Auch Fortpflanzungs-nachweise (laktierende Weibchen) und Zwischenquartiere (z.B. in der Regenbrücke) sind vorhanden und es werden noch deutlich mehr vermutet. In den Nachbarlandkreisen Passau und Rottal-Inn wurden einzelne Wochenstuben gefunden. Dort befanden sich die Tiere unter Holzverschalungen und Flachkästen in landwirtschaftlich stark genutzten Gebieten. Andere Untersuchungen beschreiben die Mopsfledermaus als Wald-bewohnende Art (unter abgeplatzter Rinde). Mit weiteren Fortpflanzungsnachweisen und Wochenstuben ist auch im Untersuchungsgebiet zu rechnen. Bei dieser Art sind jedoch besonders hinsichtlich Sommervorkommen noch viele Fragen offen. Da diese Art als ortstreu gilt, muss ein größeres Sommervorkommen im Untersuchungsgebiet angenommen werden. Neuer Untersuchungen ergaben, dass sich die Mopsfledermaus bevorzugt unter tiefen engen Spalten an Holzscheunen aufhält.
Vorkommen in Tschechien
Auch in Tschechien sind die meisten Daten der Mopsfledermaus im Winter erfasst worden. Die Mopsfledermaus kommt im gesamten Gebiet regelmäßig vor, die Fundpunkte sind weitaus umfangreicher als in Bayern, die gesamte Anzahl an Individuen jedoch deutlich geringer als in Bayern. Sommerkolonien wurden hier in Felsspalten, unter Brücken in Spalten und an Häusern beobachtet. In Tschechien gilt diese Art - im Gegensatz zu Bayern - als Waldbewohner.
Vorkommen in Österreich
In Österreich wurden in speziellen Mopsfledermauskästen in jüngster Zeit mehrere Kolonien der Mopsfledermaus nachgewiesen.
Großer Abendsegler

Nyctalus noctula [Glattnase]
Diese große Art ist hauptsächlich entlang der Donau und dem Inn mit großen Vorkommen zu finden. Dort ist sie häufig auch schon tagsüber zusammen mit Schwalben in schnellem Flug zu beobachten. Im Herbst werden laute Zwitscher- Rufe bei der Balz ausgestoßen. Der Große Abendsegler bewohnt Baumhöhlen, Nistkästen und Verblendungen von Hochhäusern.Großer Abendsegler
Der Große Abendsegler kommt schwerpunktmäßig im Donau- und Isarmündungsgebiet vor. Diese Art hat ihre Verbreitung auch bis in die Mittellagen des Bayerischen Waldes, kleine Kolonien konnten auch im Vorwald und Regenbecken gemacht werden. Das am höchsten gelegene Kolonievorkommen war bisher die Stadt Freyung. In den Hochlagen wurden selten und nur Einzeltiere bei der Jagd beobachtet. In den Landkreisteilen südlich der Donau wurden regelmäßig über der ganzen Fläche, Große Abendsegler in großer Höhe fliegend gehört und gesichtet. Die Art nutzt das Areal schwerpunktmäßig als Zwischen- und Winterquartier. Ein kleiner Teil der Tiere bleibt auch über den Sommer im Untersuchungsgebiet. Eine Reihe an Tieren evtl. sogar ein Großteil des Winterbestandes bleibt auch über Winter in der Region an der Donau, sie überwintern dort in Baumhöhlen und unter Hochhausverkleidungen. Winterquartiere wurden bis nach Viechtach hin nachgewiesen. Winterschlafende Tiere konnten durch Winterflüge in warmen Dezembernächten nachgewiesen werden, es wurden auch Kolonien aus gefällten Bäumen im Winter aufgenommen. Die Anzahl der überwinternden Tiere lässt sich jedoch nur vermuten, da eine Zählung der in Baumhöhlen überwinternden Tiere ohne Störung nicht möglich ist. Große Abendsegler konnten in Baumhöhlen, Nistkästen und Hochhäusern nachgewiesen werden. Die Zahl in Hochhäusern ist meist größer wie die in Baumhöhlen. Wochenstuben wurden in der Region nicht gefunden. Zwar konnten sowohl flügge Jungtiere und auch trächtige Weibchen nachgewiesen werden, doch echte Wochenstuben oder laktierende Mütter wurden noch nicht gefangen. Die meisten Tiere sind im Frühjahr und im Herbst zu beobachten wo oft große Schwärme auch tagsüber über dem Donaugebiet fliegen. Diese Beobachtung deckt sich mit anderen Untersuchungen in Bayern, wo nur selten Wochenstuben dieser Art gefunden wurden.
Vorkommen in Tschechien
In Tschechien wurden ähnliche Beobachtungen gemacht. Die Art gilt dort als Tieflandart mit Verbreitung bis in die Mittellagen. Eine Bindung an Seen und Flüsse wurde hier ebenfalls festgestellt.
Kleiner Abendsegler

Nyctalus leisleri [Glattnase]
Kleiner Verwandter des Großen Abendseglers, sonst sehr selten, an der Donau jedoch häufiger, lebt in Baumhöhlen, manchmal zusammen mit dem Großen Abendsegler. Jagt gern über Gewässer und im Laubwald. Kleiner Abendsegler
Der kleine Abendsegler ist eine noch ausgeprägtere Waldfledermaus als der Große Abendsegler. Im gesamten Untersuchungsgebiet bis weit hinauf in die Hochlagen wurden immer wieder Einzeltiere beobachtet, auch laktierende Weibchen wurden gefangen. Ein Wochenstuben Nachweis ist bisher jedoch noch nicht gelungen. Im Nachbarlandkreis Passau wurden schon Wochenstuben des Kleinen Abendseglers festgestellt. Größere Vorkommen, auch Wochenstuben dieser Art im Untersuchungsgebiet, vor allem aber in der Nähe von naturnahem Laubmischwald und Gewässer ist sehr wahrscheinlich. Um mehr Daten über diese Art zu bekommen müssten entsprechende Waldareale gezielt kartiert werden.
Vorkommen in Tschechien
In Tschechien gilt diese Art aus den gleichen Gründen als seltene Waldart mit Schwerpunkt in den mittleren Lagen. Sie wurde dort zusammen mit Großen Abendseglern in Parks angetroffen.
Zwergfledermaus

Pipistrellus pipistrellus [Glattnase]
Eine der kleinsten Fledermausarten Deutschlands. Im Bayerischen Wald ist die Art relativ häufig. Verschiedene Quartiere werden angenommen, Garagen- und Hausverschalungen, Dachverkleidungen ect. Die Art wird oft sehr niedrig um Straßenlampen kreisend beobachtet. Die Zwergfledermaus
Die Zwergfledermaus kommt regelmäßig bis häufig im Untersuchungsgebiet vor. Allerdings wurde die Zwergfledermaus nicht ganz so häufig gefunden wie die Bartfledermaus.
Das Vorkommen der Zwergfledermauswochenstuben beschränkt sich auf niedere bis mittlere Lagen. Es sind oft Kolonien bis 200 Tiere beobachtet worden. Einzeltiere konnten im gesamten Untersuchungsgebiet bis in die Hochlagen beobachtet werden. Die Quartiere der Zwergfledermaus sind sehr unterschiedlich und deutlich variabler als die der Bartfledermaus. Kolonien wurden in Quartieren unter Blechflachdächern, unter Holzverschalungen an Haus und Stall, unter Dachbalken, nur in einem Fall unter Fensterläden beobachtet. Diese Art verursacht auch häufiger Probleme wegen der Verschmutzung durch Kot. Die Zwergfledermaus dürfte im Untersuchungsgebiet etwas stärker verbreitet sein als die Funde vermuten lassen, weil sie in vielen Fällen nur durch Zufall und durch Baumaßnahmen gefunden wurde. In Biotopen ist die Zwergfledermaus häufig im Isarmündungsbereich und entlang der Donau zu finden, dort sind einzelne Waldabschnitte intensiv genutzte Balzareale im Herbst. Invasionsverhalten wurde in einem Fall berichtet (ca. 200 - 300 kleine Fledermäuse hinter einem Ahnenbild). Im gesamten Untersuchungsgebiet, auch in den Großstädten konnte Invasionsverhalten noch nie von der Autorin selbst beobachtet werden. Vermutlich spielt sich das Invasionsgeschehen im Untersuchungsgebiet verstärkt in den wahrscheinlich ursprünglichen Invasionsquartieren, nämlich Felsenspalten ab. Zwergfledermäuse wurden im Untersuchungsgebiet nicht überwinternd angetroffen. Es ist jedoch aufgrund der tschechischen Beobachtungen zu vermuten, dass die Zwergfledermaus im Untersuchungsgebiet in großen Gruppen in tiefen Felsspalten Winterschlaf hält.
Vorkommen in Tschechien
In Tschechien wurde Mückenfledermaus und Bartfledermaus ebenfalls nicht unterschieden.
Dort kommt die Zwergfledermaus auch regelmäßig im Gebiet vor, ebenfalls in sehr unterschiedlichen Quartieren. Massenvorkommen im Herbst (Invasion) und viele überwinternde Tiere im Winter wurden hier beobachtet. Die Überwinterer waren in Spalten von Wänden und Felsen, aber auch an Häusern beobachtet worden.
Rauhautfledermaus

Pipistrellus nathusii [Glattnase]
Kleine, sehr seltene Wald-Fledermausart Es wurden nur Einzelnachweise in niederen Lagen gemacht, vermutlich andelte es sich nur um Durchzügler. Einige Tiere wurden im Winter winterschlafend in Holzstößen gefunden.
Die Rauhautfledermaus wurde im Untersuchungsgebiet nur durch Fänge, durch Detektorbeobachtungen und durch Funde von lebenden und toten Tieren nachgewiesen. Eine Kolonie in Kästen oder Baumhöhlen wurde noch nicht vorgefunden. In den Nachbarlandkreisen (Landkreise Cham, Schwandorf, Passau) und neuerdings in Tschechien befinden sich entsprechende Kolonien und sogar Wochenstuben, so dass größere Vorkommen im Untersuchungsgebiet nicht ausgeschlossen werden kann. Die Rauhautfledermaus ist eine typische Waldfledermaus und daher schwierig zu finden. In den letzten Jahren wurden jedoch immer häufiger im Herbst und Winter Tiere aus Holzstößen herausgezogen. Diese Art scheint das Untersuchungsgebiet als wandernde Art zumindest als Zwischen- und Winterstation zu nutzen. In den letzten zwei Jahren ist eine deutliche Zunahme an Findlingen dieser Art zu verzeichnen.
Vorkommen in Tschechien
Die Rauhautfledermaus ist in Tschechien ebenfalls ausgesprochen selten, Einzelfunde der Art konnte erst vor zwei Jahren im Gebiet nachgewiesen werden.
Mückenfledermaus

Pipistrellus pygmaeus [Glattnase]
Die Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus) ist eine Zwillingsart der Zwergfledermaus. Sie unterscheidet sich von der Zwergfledermaus darin, dass sie etwas kleiner ist und damit die kleinste mitteleuropäische Fledermausart darstellt. Auch liegen ihre Echoortungslaute nicht bei den üblichen 45 kHz, sondern haben eine Endfrequenz von etwa 55 kHz. Die Mückenfledermaus wurde erst 2000 von englischen Forschern entdeckt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde die Mückenfledermaus noch als Zwergfledermaus bestimmt. In Ostbayern kommt diese Art hauptsächlich an großen Gewässern in tieferen Lagen (z.B. an der Donau) vor. Die Verbreitung dieser neuen Art ist aber erst lückenhaft bekannt.
Die neue Zwillingsart, die Mückenfledermaus, konnte bisher nur an der Donau nachgewiesen werden, die Datengrundlage für eine Einschätzung dieser Art ist noch zu gering.
Vorkommen in Tschechien
In Tschechien wurde diese Art nur in Einzelfällen mit dem Detektor nachgewiesen
Zweifarbfledermaus

Vespertilio murinus [Glattnase]
Die sonst sehr seltene mittelgroße Fledermausart hat ihren Verbreitungsschwerpunkt im Bayerischen Wald, sie ist hier überall häufig und meist an Holzverschalungen von Wohnhäusern zu finden. Die Art ist sehr kältehart und ein Weitstreckenwanderer aus Sibirien. Besonderheit: es gibt mehr Männchenkolonien als Wochenstuben.
Die in Bayern sonst sehr selten nachgewiesene Zweifarbfledermaus ist im Bayerischen Wald häufig. Es werden aber, ein Sonderfall bei dieser Art, besonders viele zum Teil große Männchenkolonien (bis 500 Tiere in einer Kolonie) gefunden. Die vielen Männchenkolonien stehen nur zwei Wochenstuben/Fortpflanzungsnachweisen gegenüber. Die Männchenkolonien siedelten immer in Holzverschalungen und Spalten an Häusern und Scheunen. Nur einmal wurden Tiere im Dach unter Ziegeln gefunden. Die Wochenstube war sowohl hinter der Holzverschalung als auch in der Dachschräge zu finden und mit ca. 25 Tieren wesentlich kleiner als die meisten Männchenkolonien. Es besteht die Vermutung, dass mehr Wochenstuben vorhanden sind, eventuell konnten sie jedoch aufgrund der anderen Quartierwahl bisher nur selten gefunden werden. Die hälteharte Zweifarbfledermaus ist im gesamten Bayerischen Wald bis in die höchsten Hochlagen öfter zusammen mit der Nordfledermaus zu finden. Im Unterschied zur Nordfledermaus befinden sich jedoch auch größere Vorkommen südlich der Donau. Die Zweifarbfledermaus besiedelt im Untersuchungsgebiet auffallend hochliegende Quartiere mit einem freien Ausflug über abfallendem Gelände, die Tiere fliegen so schnell in große Höhe. Im Unterschied zum Großen Abendsegler, der aus größerer Höhe starten muß weil er vom Boden nicht auffliegen kann, zeigten die Zweifarbfledermäuse beim Bodenstart keinerlei Probleme. Im Winter konnte diese Art nicht in den kontrollierten Quartieren gefunden werden, nur eine Zufallsbeobachtung einer winterschlafenden Zweifarbfledermaus in Gesteinsspalten ist dokumentiert. Diese Art ist im Untersuchungsgebiet im Winter vorhanden, was zahlreiche Findlinge, die im Winter gefunden wurden, anzeigen. Vermutlich überwintert diese Art ausschließlich in Gesteinsspalten. Die Zweifarbfledermaus ist zusammen mit der Nord- und der Mopsfledermaus eine typische Fledermaus des Ostbayerischen Raumes und hat hier offensichtlich ihren Verbreitungsschwerpunkt.
Vorkommen in Tschechien
In Tschechien wurden vollkommen identische Beobachtungen gemacht. Die Zweifarbfledermaus kommt sowohl im kalten montanen Gebieten als auch in den warmen niederen Lagen vor. Kolonien wurden in Tschechien in Felsenspalten als auch an Häusern gefunden. Auch hier war auffallend , dass die Quartiere immer in der Nähe von offenen Habitaten zu finden waren.
Nordfledermaus

Eptesicus nilssonii [Glattnase]
Diese kälteharte Art hat ihre Verbreitung von der Donau bis in die Hochlagen, aber selten südlich der Donau. Diese mittelgroße Art mit langem dichten Fell und goldfarbenen Spitzen. lebt in Dachböden und Verschalungen und jagt gern über Straßenlampen. Sie ist die typische Art des Bayerwaldes und hat hier ihren Verbreitungsschwerpunkt.
Die in Bayern sonst eher seltene Nordfledermaus ist im gesamten Bayerischen Wald ausgesprochen häufig. Die Diskrepanz, zwischen den Funden von Kolonien und Wochenstuben so wie den gesamten Beobachtungen, ist allerdings sehr groß. Nach diesen Beobachtungen müsste es im Bayerischen Wald sehr viele Nordfledermauskolonien geben. Einer der Gründe für diese Differenz ist sicherlich die Quartierwahl dieser Art. Die Quartiere der Nordfledermaus sind sehr unterschiedlich: neben der Blechverkleidung von Hochhäusern und Holzverschalungen wurde die Nordfledermaus oft in neueren Häusern in der Dachschräge zwischen Holzverschalung und Ziegel oder unter Blech gefunden. Der Kot fällt häufig am Kamin herab (kleine Öffnung). Dadurch wird der Eindruck vermittelt, die Tiere würden am Kamin hängen. Aufgrund der Geräusche ist jedoch die Besiedelung des gesamten Dachbodens anzunehmen. Die Tiere werden daher selten gefunden und bleiben unentdeckt. Es ist mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen. Meistens war den Bewohnern das Vorkommen nicht bekannt, die Fledermäuse wurden erst durch Verfliegen, Unfälle mit Katzen oder Renovierungen bemerkt. In anderen Bundesländern wurden Nordfledermausvorkommen auch in Baumhöhlen und Nistkästen gefunden. In solchen Quartieren konnte im Untersuchungsgebiet noch keine Nordfledermaus nachgewiesen werden, auszuschließen sind solche Vorkommen jedoch nicht. Die Nordfledermaus hat eine deutliche Verbreitungsgrenze an der Donau, geht jedoch an den Isarauen in Einzelfällen auch in den südlichen Landkreis Deggendorf. Die Nordfledermaus profitiert offensichtlich von dem hohen Wald- und Gewässeranteil. Wobei der Deggendorfer Raum der bisherige Verbreitungsschwerpunkt für Wochenstuben ist. Am Silberberg zeigt die Nordfledermaus deutliche Balzaktivität sehr früh im Jahr (August), wurde jedoch auch zusammen mit der Zweifarbfledermaus im November bei Graupelschauer auf 800 m - typisch für die Nordfledermaus an Leuchtstoffröhren jagend - und sozial sehr aktiv beobachtet. In Phasen starken Niederschlags flogen die Nordfledermäuse in die umgebenden Bäume und konnten dort an dünnen Ästen hängend gesehen werden.
In Winterquartieren ist die Nordfledermaus selten zu finden. Einzelne Beobachtungen im Herbst von aus Spalten und Geröll ausfliegenden Tieren deuten darauf hin, dass die Tiere in tiefen Gesteinsspalten überwintern.
Vorkommen in Tschechien
Die Beobachtungen in Bayern decken sich absolut mit den Beobachtungen in Tschechien, wo diese Art ausgesprochen häufig, und in den Höhen über 800 Meter die dominante Art ist. In ackerbaulich geprägten Gebieten kommt diese Art in Tschechien ebenfalls nicht vor.
Breitflügelfledermaus

Eptesicus serotinus [Glattnase]
Im Bayerischen Wald seltene, große Art, nur wenig Wochenstuben- und Einzeltierfunde. Lebt in Kirchen und jagt gern in Ortschaften, wo sie durch ihre Größe und ihren schwerfälligen Flug auffällt.
Foto: Morgenroth)
Die Breitflügelfledermaus wurde im Unter-suchungsgebiet bisher nicht so häufig gefunden, erst in den letzten Jahren mehren sich die Funde und gerade in den letzten zwei Jahren kamen vier Neumeldungen von Wochenstuben und Kolonien hinzu. Weil die Breitflügelfledermaus in Spalten auch in großen Hausdachböden vorkommen kann, ist die Dunkelziffer dieser Art relativ groß. Dennoch wird nur von einem sehr mäßigem Vorkommen dieser Art im Untersuchungsgebiet ausgegangen, da auch nie viele jagende Tiere beobachtet wurden. Über das Überwinterungsverhalten gibt es im Untersuchungsgebiet keine Erkenntnisse. Die Wochenstuben und Kolonien befinden sich in den Tieflagen des Donaugebiets und wurden in der Regensenke in den tieferen bis mittleren Lagen des Bayerischen Waldes gefunden. Einzeltiere befanden sich häufiger in den mittleren Lagen.
Vorkommen in Tschechien
In Tschechien gilt diese Art als häufig, sie besiedelt hier meist die tieferen waldfreien Lagen.
Kleine Hufeisennase

Rhinolophus hipposideros [Hufeisennase]
Die in den 60-ger Jahren noch häufige, mittelgroße Fledermausart ist nun in Deutschland sehr selten und fast ausgestorben. Im Bayerischen Wald konnte im Landkreis Straubing ein Totfund und zwei Flugbeobachtungen gemacht werden. Die Hufeisennasen rufen die Ultraschall-laute nicht aus dem Maul sondern aus der hufeisenförmig geformten Nase.
Die Kleine Hufeisennase war früher in Bayern häufiger anzutreffen, litt jedoch mehr wie andere Arten unter drastischen Bestandseinbrüchen in den 60er Jahren und ist im Untersuchungsgebiet bisher nur noch an einer Stelle (Schloss Saulburg) anzutreffen. Dort wurde vor einigen Jahren ein mumifiziertes Tier im Scheunendachboden gefunden und noch ein lebendes Tier nachgewiesen. Bei dem Vorkommen dürfte es sich lediglich um Einzelvorkommen handeln. Im Nachbarlandkreis Regensburg konnten ebenfalls vor einigen Jahren noch zwei Kleine Hufeisennasen festgestellt werden. Es sind zumindest im Landkreis Straubing-Bogen demnach noch wenigstens weitere Einzelfunde möglich. Die Quartiere für diese anspruchsvolle Art sind im Untersuchungsgebiet allerdings weitgehend verloren gegangen. Noch mehr als die Glattnasen braucht die Kleine Hufeisennase ganz besonders dunkle, ungestörte, zugfreie Quartiere mit frei durchzufliegenden Einflugöffnungen. Deshalb können Kleine Hufeisennasen kaum renovierte Kirchen oder andere Gebäude besiedeln. In Bayern sind die größten Vorkommen dieser Art noch aus Südbayern bekannt, hier kommen noch drei Wochenstuben dieser Art vor. Einzig mögliches Vorkommen der Kleinen Hufeisennase wären unrenovierte, größere Kapellen in wärmebegünstigten Arealen. Hierzu müssten besondere Untersuchungen angestrengt werden. Winterschlafende Tiere sind aufgrund fehlender Kalksteinhöhlen nicht zu erwarten.
Vorkommen in Tschechien
In Tschechien sind noch viele Wochenstuben und Winterquartiervorkommen vorhanden. Bezüglich der Kleinen Hufeisennase besteht zwischen Böhmen und Bayern die größte Differenz 635 Individuen in Tschechien und 10 Wochenstuben gegen nur einen Lebendnachweis in Bayern. In Tschechien sind auch viele zum Teil große Wochenstuben (bis 78 Tiere) vorhanden. Die Art ist nach einer vorübergehenden Abnahme sogar wieder im Zunehmen begriffen. In Tschechien ist der Bestand an geeigneten, unrenovierten und ungestörten Gebäuden und Kirchen ungleich höher und genau in diesen Gebäuden ist die Kleine Hufeisennase vorhanden. Die Kleine Hufeisennase kommt auf tschechischer Seite in den Mittellagen vor und Winterquartierfunde wurden ausschließlich in Höhlen von Kalksteininseln gemacht.
Steckbrief
Fledermäuse sind eine ganz besondere Tiergruppe.
Sie sind die einzigen fliegenden Säugetiere, ihre Hand wurde zum Flügel umgebildet.
Sie sind in der Lage mit Hilfe ihres Echoortungssystems in dunkelster Nacht zu fliegen und sogar zwischen gut schmeckenden und ungenieß-baren Insekten zu unterscheiden.
Fledermäuse können bis zu 30 Jahre alt werden und über 3000 km wandern. Weibchen bekommen meist nur ein, manchmal auch zwei Junge pro Jahr. Sie sammeln sich zur Geburt und Jungenaufzucht in sogenannten Wochenstuben. Dort haben erwachsene Männchen kein Zutritt.
Fledermäuse halten echten Winterschlaf und brauchen dazu frostfreie feuchte Höhlen, Baumhöhlen, Stollen oder Keller. Fledermäuse sind die effektivsten nächtlichen Insektenjäger und durch und durch nützlich. ... und übrigens fliegen Fledermäuse nicht in die Haare!
Mehr zur Fledermaus in Kurzform erfahren Sie im Faltblatt der Fledermaus-Koordinierungsstelle Bayern: Informationen für den Fledermausfreund.



Wochenstuben
In den Sommerquartieren - warme und trockene Plätze in Dachstühlen, unter Holzverkleidungen, in Mauerspalten, Baumhöhlen und Kästen - verbringen Männchen und Weibchen getrennt voneinander die Frühjahrs- und Sommermonate. Die Weibchen schließen sich zu sogenannten Wochenstuben zusammen und ziehen gemeinsam ihre Jungen auf.
Fledermausweibchen bekommen nur ein bis zwei Junge im Jahr - dafür werden sie aber sehr alt. Wenn die Umstände ungünstig sind, sterben über 80% der Jungtiere. Weil viele Weibchen sich aus einem riesigen Einzugsgebiet in den Wochenstubenquartieren treffen und die Fledermäuse bei der Jungenaufzucht besonders em-pfindlich sind, müssen sie beson-ders geschützt werden. Oft werden Wochenstubenquartiere über Jahrzehnte hinweg besiedelt.


Ultraschall und Echoortung
Fledermäuse orientieren sich und jagen mit Hilfe ihres Echoortungssystems. Sie stoßen dabei durch Mund (Glattnasen) und Nase (Hufeisennasen) Ultraschall- Laute aus, die für das menschliche Ohr nicht hörbar sind. Einige Arten, wie zum Beispiel der Große Abendsegler, können dabei die Lautstärke eines Presslufthammers erreichen. Es gibt aber auch Flüsterer, Langohrfledermäuse zum Beispiel kann man kaum hören. Mit Hilfe eines speziellen Fledermausdetektors können die für uns nicht hörbaren Laute in hörbare Rufe umgewandelt werden. So kann man Fledermäuse finden und einige Arten beim Jagdflug bestimmen. Sozialrufe und die Kommunikation der Tiere untereinander findet im tieferen Frequenzbereich, unter der Hörschwelle des Menschen von 18 kHz statt. Wir können diese Rufe und Laute also mit bloßem Ohr hören.
| Große Hufeisennase |  | | Beispiele für Fledermausrufe von der Audio CD "Stimmen der Natur", erschienen bei Laar Media.
[Dateigrößen: zwischen 500 und 2800 kb ! ] |
| Abendsegler | |
| Kleine Bartfledermaus | |
| Zweifarbfledermaus | |
| Mopsfledermaus |  |
Ruffrequenzen einheimischer Fledermäuse
[Danke an Eva Kriner für die Kurzübersicht der Ruffrequenzen und die ausführliche Zusammenstellung der Rufe einheimischer Fledermaüse.]
Je nachdem, wo und wie die verschiedenen Fledermausarten jagen, nutzen sie unterschiedliche Jagdstrategien und Rufrequenzen. Hufeisennasen jagen dicht an der Vegetation und rufen auf besonders hohen Frequenzen zwischen 80 und 110 kHz. Sie nutzen dabei ihre Nase, bei geschlossenem Mund. Die anderen Arten, alles Glattnasen, rufen im Bereich tieferer Frequenzen zwischen 20 und 55 kHz. Sie stoßen die Ultrschalllaute aus dem geöffneten Mund aus. Das sieht manchmal gefährlich aus und hat sicher zu einigen Schauermärchen beigetragen, dient aber nur zu Orientierung. Nachfolgend sind die Ruffrequenzen der heimischen Fledermausarten aufgelistet.
| Große Hufeisennase | 82 kHz |
| Kleine Hufeisennase | 107 kHz |
| Großes Mausohr | 35 kHz |
| Wasserfledermaus | 40 kHz |
| Bechsteinfledermaus | 45 kHz |
| Kleine Bartfledermaus | 40 kHz |
| Wimperfledermaus | 40-45 kHz |
| Fransenfledermaus | 42 kHz |
| Langohr spec. | 42 kHz |
| Mopsfledermaus | 35 kHz |
| Zwergfledermaus | 45 kHz |
| Mückenfledermaus | 55 kHz |
| Weißrandfledermaus | 39 kHz |
| Rauhhautfledermaus | 38 kHz |
| Breitflügelfledermaus | 25 kHz |
| Nordfledermaus | 30 kHz |
| Zweifarbfledermaus | 26 kHz |
| Großer Abendsegler | 20 kHz |
| Kleiner Abendsegler | 25 kHz |
Hilfe-National-International
Hilfe-National-International ... in Vorbereitung
Einführung in den Umgang mit Fledermäusen
Wenn eine Fledermaus auf dem Boden liegend entdeckt wird, muss sie vor Katzen gerettet werden. Dabei sollten vorsichtshalber immer Handschuhe getragen werden. Zwar sind Fledermäuse nicht aggressiv, aber es könnte sein, dass sie sich aus Angst wehren. Bei größeren Arten kann das schon ein bisschen schmerzhaft sein. Bitte nehmen Sie Kontakt zu einem Fledermausbetreuer auf. Im nachfolgenden PDF erfahren Sie, wie Sie richtig mit Fledermäusen umgehen.
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Autoren:
Dr. Andreas Zahn
Koordinationsstelle für Fledermausschutz Südbayern
H. Löns Str.4
84478 Waldkraiburg
Tel.: 08638 86117
Fax: 08638 882168
Andreas.Zahn@iiv.de
Margarete Kistler
Arbeitskreis Fledermäuse
Landesbund für Vogelschutz KG München
Arnpeckstr. 7
81545 München
Tel./Fax 089 6422756
m.kistler@freenet.de
Der Umgang mit Fledermäusen

Immer wieder kommt es vor, daß verletzte, geschwächte oder junge Fledermäuse aufgefunden werden, die kurzfristig zu versorgen sind. Man sollte in solchen Fällen sofort Experten zu Rate ziehen und die Koordinationsstellen für Fleder-mausschutz informieren.
Die Tiere dürfen nur mit Ausnahme-genehmigung der Bezirksregierung in menschlicher Obhut gehalten werden
Die wichtigsten Regeln für den Umgang mit den Tieren sind auf den folgenden Seiten ausgeführt.
Anfassen der Fledermaus
Personen, die wenig Erfahrung im Umgang mit Fledermäusen haben, sollten nur in geschlossenen Räumen arbeiten, damit die Tiere beim versehentlichen Loslassen nicht entweichen können. Das Tier sollte so in der Hand gehalten werden, dass die Hand es umschließt, die Flügel am Körper angelegt sind und nur der Kopf heraus schaut (Abb. 1, links). Zum Schutz vor Bissen sollten zumindest bei größeren Arten wie Mausohr, Zweifarbfledermaus oder Abendsegler dünne Lederhandschuhe angezogen werden. Die Tiere können in einem Karton oder einer Holzkiste untergebracht werden. Sie sollten sich an einem Stück Stoff oder Rinde in hängender Position festkrallen können.
Vorsicht: Jungtiere und kleine Arten können durch schmale Spalten (< 1cm!) entweichen und sich unauffindbar in der Wohnung verstecken.

Halten einer Fledermaus in der Hand (links) und Untersuchung eines Flügels (rechts).
Tollwut bei Fledermäusen
Seit längerem ist das Auftreten von Tollwut- oder Lyssaviren bei Fledermäusen bekannt. Sie sind nicht mit dem bei uns bekannten Erreger der Haus- und Wildtiertollwut identisch. In Deutschland wurde das Virus bislang überwiegend bei Breitflügelfledermäusen (Eptesicus serotinus) festgestellt. In Bayern konnten noch keine Krankheitsfälle nachgewiesen werden.
Voraussetzung für eine Übertragung von Tier zu Mensch oder von Tier zu Tier ist, daß das Virus in eine Wunde oder auf Schleimhäute gelangt. Gefährdet sind Menschen allenfalls, wenn sie kranke Fledermäuse in die Hand nehmen und gebissen werden.
Von Fledermäusen in Quartieren oder jagenden Tieren geht keine Gefahr aus. Auch infizierte Fledermäuse greifen den Menschen nicht an. Landet eine Fledermaus auf einem Menschen, so handelt es sich entweder um junge Tiere, die das Fliegen noch üben, oder die Tiere haben sich zu sehr auf ihr Ortsgedächtnis verlassen und auf das Orten verzichtet, so daß sie das Hindernis nicht wahrgenommen haben. In beiden Fällen werden die Tiere wieder abfliegen.
An Tollwut erkrankte Fledermäuse können durch Lähmungserscheinungen an den Armen und Füßen auffallen (Auffinden flugunfähiger Tiere). Dies darf jedoch nicht mit dem Verhalten lethargischer Tiere, die nach Erwärmung wieder flugfähig sind, verwechselt werden.
Grundsätzlich sollten aufgefundene Fledermäuse der größeren Arten mit Handschuhen angefaßt werden. Personen, die öfter Umgang mit Wildtieren haben, sollten eine Schutzimpfung durchführen lassen.
Überprüfung von Alter und Gesundheitszustand, "Erste Hilfe"
Flugunfähige Jungtiere findet man nur im Zeitraum Ende Mai bis Anfang August. Sind die Tiere noch nicht oder nur spärlich behaart, so sind sie noch völlig auf die Muttermilch angewiesen. Können sie nicht in die Kolonie zurückgebracht werden, kann man versuchen, sie mit Milch für Hunde- oder Katzenwelpen (im Zoohandel erhältlich) zu ernähren. Nehmen die Tieren Nahrung an, erfolgt die Unterbringung an einem warmen Ort (ca. 25-30°C, z.B. Wärmeflasche verwenden). Die Fütterung sollte im Abstand von ca. 2 Std. erfolgen, mit anschließender Bauchmassage, um die Verdauung anzuregen. Wird die Nahrungsaufnahme verweigert, hält man die Tiere etwas kühler (ca. 15-20°C ), da sie so weniger Energie verbrauchen, und setzt sich umgehend mit einem Experten in Verbindung.
Ältere Jungtiere können u.U. schon Insekten fressen. Dies testet man, indem man ihnen frisch getötete Insekten oder den weichen Körperinhalt von Mehlwürmern mit einem sauberen Pinsel anbietet (an die Lippen halten bzw., falls das Tier das Maul öffnet, mit dem Pinsel in kleinen Portionen an die Zähne oder an die Zunge bringen) und auf Kaubewegungen achtet. weiter...
Um zu überprüfen, ob eine Fledermaus flugfähig ist, kann man das Tier in einem geschlossenen Raum ohne unzugängliche Versteckmöglichkeiten (!) an exponierter Stelle (rauer Teppich, Tisch) absetzen und beobachten. Dabei muss es jedoch voll aktiv sein, also lebhaft umherkrabbeln und sich nicht in Lethargie befinden. Im Zweifelsfall sollte es vorher in der Hand oder einem warmen Raum "aufgeheizt" werden. Der Raum muß so groß sein, dass das Tier tatsächlich über 5-7 Meter fliegen kann, um zu unterscheiden, ob es nur kurz flattert (etwa wenn es sich um ein halbflügges Junges handelt) oder ob es aktiv umherfliegen kann. Gesunde erwachsene Tiere sollten in der Lage sein, vom Boden aus abzufliegen und im Raum viele Runden zu drehen.
Nicht flugfähige Tiere sollten auf offensichtliche Verletzungen (gebrochene Flügel, eingerissene Flughäute usw.) hin untersucht werden. Dazu beobachtet man zunächst die Bewegungen des Tieres beim Umherkrabbeln auf einer rauen Oberfläche. Wenn Gliedmaßen abstehen, geschont oder nicht koordiniert verwendet werden oder wenn Flügel und Finger nicht eng an den Körper gelegt werden können, deutet dies auf Knochenbrüche hin. In diesem Fall darf das Tier nicht weiter untersucht, sondern muss umgehend Experten übergeben werden.
Scheinen aufgrund der "flüssigen", koordinierten Bewegungen des Tieres keine Brüche vorzuliegen, können Personen, die bereits Erfahrung im Umgang mit Fledermäusen haben, flugunfähige Tiere weiter untersuchen. Mit einer Hand umfasst man das Tier so, dass nur der zu untersuchende Flugarm heraus schaut. Mit der anderen Hand versucht man vorsichtig (die zarten Knochen können leicht brechen) den Flügel zu öffnen bzw. zu strecken, um zu sehen, ob die Flughaut verletzt ist.
Falls Parasiten (Fledermausfliegen usw.) in großer Zahl vorhanden sind, können sie mit einer Pinzette abgelesen werden. Den Tieren sollte in jedem Fall Wasser und, wenn sie bereits länger als einen Tag ohne Nahrung gehalten wurden, auch Futter angeboten werden.
Werden Fledermäuse im Winter (November bis Mitte März) gefunden, können sich die Tiere im Winterschlaf befinden. Wenn sie nicht aktiv, sondern offensichtlich lethargisch sind (fühlen sich kalt an, bewegen sich nicht oder sehr langsam), sollten sie nicht näher untersucht, sondern bis zur Verbringung in ein geeignetes Quartier in einem kühlen Raum (ca. 3-8°C) bei hoher Luftfeuchte gehalten werden. Sind sie wach - oder wachen sie infolge des Umgangs mit ihnen auf - sollte ihnen Futter und Wasser angeboten werden.
Was soll mit gefundenen Fledermäusen geschehen?
1. Jungtiere, die noch gesäugt werden
Ist das Quartier bekannt, aus dem die Jungen stammen, und ist der Platz, an dem sich die Fledermäuse aufhalten zugänglich, so sollten die Findlinge unverzüglich zurückgebracht werden. Sie sollten in der Hand aufgewärmt werden, bis sie aktiv sind und dann so nahe an die Kolonie gesetzt werden, daß sie nicht weiter als etwa 50 cm bis zu den anderen Tieren hinklettern müssen und keine Hindernisse zu überwinden sind. Ist dies nicht möglich, so kann man die Jungtiere eine Nacht lang an einer exponierten Stelle nahe an der Kolonie absetzen. Man bringt sie in einer breiten, glattwandigen Schüssel unter, in deren Mitte die Tiere an einem Tuch, welches z.B. über einen Blumentopf gelegt wurde, hochklimmen können. Die Mutter muss freien Anflug zu der Schüssel haben. Befindet sich die Kolonie im Dachstuhl, so sollte die Schüssel unter den Hang- bzw. Versteckplätzen aufgestellt werden, bei anderen Quartieren ist ein Platz möglichst nahe am Ausflug zu wählen (Katzen oder andere Freßfeinde dürfen die Schüssel nicht erreichen).
Es wurde verschiedentlich beobachtet, daß Fledermausweibchen ihre herabgefallenen Jungen wieder aufnahmen und sie zurück in die Kolonie transportierten. Man sollte die Jungen nur an warmen Abenden (>10°C) bei der Kolonie absetzen, da sich die Alttiere bei kaltem und regnerischem Wetter u.U. in Lethargie befinden und dann nicht ausfliegen. Ist das Quartier nicht bekannt, unzugänglich oder werden die Jungen nicht angenommen, so sollte man sich unverzüglich mit Fachleuten in Verbindung setzen. Bis dahin kann versucht werden, die Findlinge mit Welpenmilch für Hunde oder Katzen (im Zoohandel erhältlich) zu ernähren.
Abb.: Schüssel mit Tuch (über Blumentopf gelegt) in der Jungtiere ihren Müttern zu Abholung "angeboten" werden können.
2. Größere Jungtiere, die schon Insekten fressen.
In solchen Fällen sollten die Tiere gefüttert und getränkt werden. Falls möglich, sind sie wieder in die Kolonie zurückzubringen, aus der sie stammen. Können sie bereits etwas fliegen, so kann man sie, wenn die Kolonie in einem Dachstuhl siedelt, dort freilassen. Bei sonstigen Quartieren sind sie unmittelbar ins Versteck der Kolonie zu setzen. Nur wenn sie noch keine Flugversuche unternehmen, dürfen sie die Nacht über außerhalb des Quartiers ihren Müttern zur "Abholung" angeboten werden. Ist es nicht möglich, die Tiere in ihre Kolonie zurückzubringen, kann versucht werden, sie aufzuziehen. In diesem Fall muß jedoch unverzüglich Verbindung zu Fachleuten aufgenommen werden.
3. Erwachsene Tiere
Sind sie unverletzt und wurden sie im Zeitraum April-Oktober gefunden, sollten sie getränkt und wenn möglich gefüttert werden. Dann sollte geprüft werden, ob sie tatsächlich voll flugfähig sind (Start vom Boden, vgl. 1.2). Bei Einbruch der Dämmerung sind sie möglichst am Fundort wieder freizulassen. Dazu setzt man sie in ein Stoffsäckchen (mit Wäscheklammer verschließen), welches im Freien in ca. 2 m Höhe mit der Öffnung nach unten angebracht wird. Dies kann bereits vor der Dämmerung erfolgen. Bei Dunkelheit öffnet man das Säckchen. Die Fledermaus kann jetzt den Zeitpunkt des Abfluges selbst bestimmen. Nur an sehr kalten Tagen (Temperatur bei Sonnenuntergang unter 8°C) sollten die Tiere nicht ausgesetzt, sondern bis zu einer Wetterbesserung weitergepflegt werden. Sind die Tiere verletzt oder werden sie im Zeitraum November-März gefunden, so sollte man sich wiederum an Fachleute wenden. Tiere, die sich in Winterschlaf befinden, sollten nicht näher untersucht und kühl untergebracht werden. Sind die Tiere wach, muß versucht werden, sie zu tränken und eventuell zu füttern.
Das Tränken und Füttern von Fledermäusen
Um zu trinken und zu fressen, dürfen die Fledermäuse nicht lethargisch sein. Meist genügt es, die Tiere eine Weile locker in der Hand zu halten, um sie zu erwärmen (schon durch die Aufregung kommt es bei den Tieren zu einem Temperaturanstieg und einer Steigerung der Körperfunktionen). Wasser kann man den Tieren mit einer Pipette, einem wassergetränkten (vorher gut gesäubertem!) Pinsel oder einem Löffel anbieten. Dabei muß man darauf achten, daß den Tieren kein Wasser in die Nase gelangt. Wird die Schnauze etwas angefeuchtet, beginnen sie meist zu lecken.
Flugunfähige Jungtiere
Sie lassen sich mit Milch für Hunde- oder Katzenwelpen aus dem Zoohandel ernähren. Diese muss stets frisch nach Gebrauchsanweisung zubereitet werden. Kuhmilch darf nie gefüttert werden. Damit die Tiere die Milch aufsaugen können (die Säuglinge wollen sie nicht auflecken), sollte man die Milch mit einem Pinsel anbieten. Die Jungtiere saugen dann an der Pinselspitze. Zunächst sollte man den Pinsel dem Tier an die Lippen halten bzw. falls das Tier das Maul öffnet, etwas ins Maul schieben, damit es auf den Geschmack kommt.
Erwachsene Tiere
Als Nahrung eignen sich frisch gefangene und getötete Fliegen oder Motten. Im Zoohandel sind auch Mehlwürmer (Larven des Mehlkäfers, Tenebrio molitor) erhältlich. Da Fledermäuse keine Mehlwürmer kennen, müssen sie zunächst "auf den Geschmack" kommen. Dazu werden die Würmer vor dem Verfüttern durch Druck auf den Kopf getötet und der Kopf abgeschnitten. Dann drückt man, vom Körperende her beginnend, das weiche Innere des Wurms heraus. Dies kann dann auf einem Pinsel der Fledermaus angeboten werden. Oft öffnen die Fledermäuse das Maul zur Abwehr, so daß man den Nahrungsbrei mit dem Pinsel hineinschieben kann. Ansonsten muss man ihn mit dem Pinsel an die Lippen bringen und warten, bis das Tier anfängt ihn abzulecken. Nehmen die Tiere die Nahrung an, sind deutliche Kaubewegungen und bei größeren Arten schmatzende Geräusche zu bemerken. Nach der erfolgreichern Fütterung mit dem Inneren der Mehlwürmer, kann man dazu übergehen, den Tieren halbierte Mehlwürmer und später auch ganze Tiere anzubieten. Solange die Tiere nicht von allein nach den Würmern schnappen, kann man dem Pflegling das "offene" Ende des halbierten Wurmes an die Schnauze halten oder den Wurm ins während des Kauens geöffnete Maul schieben. Kleinere Fledermausarten sollten auch mit kleineren Mehlwürmern gefüttert werden. Manche Fledermäuse fressen auf Dauer nur den weichen Inhalt der Würmer und verschmähen die Chitinhüllen. Fledermäuse lernen oft nach wenigen Tagen, aus einem flachen Napf am Boden selbständig (lebende) Mehlwürmer zu fressen und Wasser zu trinken. Bei der Fütterung mit Mehlwürmern über längere Zeit müssen ein- bis zweimal in der Woche Polyvitaminpräparate und ein kalkhaltiges Mineralsalzgemisch, verabreicht werden, da diese einseitige Ernährung sonst zu Mangelerscheinungen führt. Meist können solche Mittel in das Trinkwasser gegeben oder über die Nahrung gestreut werden. Auch empfiehlt es sich, die Mehlwürmer selber mit vitaminreicher Kost zu füttern (z.B. Haferflocken, Karotten- und Apfelstückchen). Vorsicht mit frisch gekauften Mehlwürmern, die vorher oft tagelang auf Zeitungspapier gehalten wurden. Sie sollten erst nach ein bis zwei Tagen an die Fledermaus verfüttert werden. Die zusätzliche Verfütterung von frisch gefangenen Insekten ist in jedem Fall empfehlenswert.
Fledermäuse melden
- Finden Sie Fledermauskot am Boden oder auf der Fensterbank ?
- Sehen Sie abends häuffig Fledermäuse aus dem Haus heraus oder um das Haus herum fliegen?
- Haben Sie frühmorgens bei Morgengrauen viele Fledermäuse beobachtet?
- Haben Sie schon einmal oder mehrmals Fledermäuse auf dem Boden gefunden?
- Verfliegen sich Fledermäuse ab und zu im Haus?
- Bringen Ihnen Ihre Katzen öfter Fledermäuse?
- Hören sie manchmal ein Kratzen und Quietschen (keine Laufgeräusche) unter der Verschalung?
Wenn Sie zwei oder mehr Fragen mit JA beantwortet haben, dann haben Sie wahrscheinlich eine oder mehrere Fledermäuse am Haus.
Bitte teilen Sie uns Ihre Beobachtungen mit (Hotline, Betreuer, Kontakt), wenn Sie mehrere oder viele Fledermäuse am Haus beobachtet haben. Wir sind auf ihre Meldungen angewiesen!
Bitte melden Sie sich auch, wenn Sie renovieren oder renovieren wollen. Mit fachlicher Betreung lassen sich Fledermäuse und Renovierung gut miteinender vereinbaren.
Fledermaus oder Maus: Der Kot von Fledermäusen und Mäusen (oder Ratten) lässt sich ganz einfach unterscheiden. Fledermauskot ist immer sehr krümelig und lässt sich ganz leicht in der Hand zerreiben. Mäuse-oder Rattenkot ist anfangs ganz weich, später ganz hart und er ist niemals krümelig.
Die Fledermaus-Bibliothek
Der Name Fledermaus-Bibliothek erschien uns gut geeignet für die folgende Sammlung von Dokumenten.
Alle Artikel stammen aus einer CD-ROM, die Eva Kriner für die Koordinationsstelle für Fledermausschutz Südbayern zusammen gestellt hat, dazu kommen über 100 Bilder in unserem Fotoalbum.
Koordinationsstelle für Fledermausschutz Südbayern
Department Biologie II an der LMU
Dr. Andreas Zahn
Herman-Löns-Str. 4
84478 Waldkraiburg
Tel./Fax: 08638 86117
Andreas.Zahn[at]iiv.de
Die CD-ROM ist in vollem Umfang hier nachzulesen, falls Sie trotzdem ein Exemplar bestellen wollen, schreiben Sie ein Email an: eva.kriner[at]t-online.de. Die CD kostet im Versand 9,- Euro.
Arbeitshilfen zum Fledermausschutz
| | Schutz und Pflege von Fledermäusen |
| [pdf] | 188,00 kb | Einführung in den Umgang mit Fledermäusen |
| [pdf] | 3258 kb | Fledermäuse - Bestandserfassung und Schutz |
| [pdf] | 65,21 kb | Regeln für Umbau- und Renovierungsmaßnahmen an Fledermausquartieren |
| [pdf] | 5475 kb | Leitfaden zur Sanierung von Fledermausquartieren im Alpenraum |
| [pdf] | 23,48 kb | Liste der empfohlenen Holzschutzmittel für die Verwendung in Fledermausquartieren |
| [pdf] | 15,35 kb | Merkblatt Kirchenbegasungen |
| [pdf] | 59,56 kb | Der Schutz baumhöhlenbewohnender Fledermäuse |
| [pdf] | 4075 kb | Fledermausschutz im Wald |
| [pdf] | 164,6 kb | Fledermauskästen und Fledermausbretter |
| [pdf] | 124,0 kb | Fledermauskästen - neue Modelle |
| [pdf] | 145,0 kb | Fledermausbrett - Mehrkammerflachkasten |
| [pdf] | 109,0 kb | Neuer Kastentyp aus England |
| [pdf] | 55,67 kb | Neue Rote Liste Bayern - Fledermäuse |
| [pdf] | 15,85 kb | Fledermäuse im FFH-Anhang II |
| [pdf] | 2481 kb | Fledermausquartiere an Gebäuden. Erkennen, erhalten, gestalten |
| [pdf] | 2016 kb | Gebäudebrüterschutz an Kirchen in Zuge von Renovierungsmaßnahmen |
| [pdf] | 475 kb | Neuschaffung von Einflugsöffnungen für Fledermäuse |
| [pdf] | 2975 kb | Berücksichtigung des Fledermausschutzes bei der Sanierung von Natursteinbrücken und Wasserdurchlässen |
| [pdf] | 430 kb | Neuschaffung von Einflugsöffnungen für Fledermäuse |
Arbeitshilfen zum Fledermausschutz
| | Infomaterial und Artikel |
| [pdf] | 1331,00 kb | EUROBATS - Das Abkommen zur Erhaltung der europäischen Fledermaus... |
| [pdf] | 672,22 kb | Liste Fledermausbücher und CDs |
| [pdf] | 60,19 kb | Fledermausschutz in Bayern |
| [pdf] | 1268,68 kb | Broschüre "Fledermäuse" (LfU / LBV) |
| [pdf] | 1086,33 kb | Broschüre Fledermäuse schützen - Nationale und internationale Initiativen |
| [pdf] | 154,98 kb | Informationsblatt "Fledermäuse" |
| [pdf] | 41,83 kb | Tollwut bei Fledermäusen |
| [pdf] | 1018,73 kb | Fledermauskot als Pflanzendünger |
| [pdf] | 64,9 kb | Liste von "Fledermauspflanzen" |
| [pdf] | 474,17 kb | Zum Umgang mit dem Fledermausdetektor |
| [pdf] | 857,73 kb | Infoblatt "Aktion Fledermäuse willkommen" |
| [pdf] | 80,28 kb | Anforderungspostkarte zur Aktion "Fledermäuse willkommen" |
| [pdf] | 2974,75 kb | Echoortende Fledermäuse, Neuweiler 1990 |
| [pdf] | 3038,28 kb | Fledermaus-Broschüre LFU - LBV 2008 |
Arbeitshilfen zum Fledermausschutz
| | Bestimmungshilfen |
| [pdf] | 2991,17 kb | Fledermaus - Bestimmungsschlüssel |
| [pdf] | 7801,63 kb | Fledermaus - Bestimmungsschlüssel für Europa (auf Englisch) |
| [pdf] | 3577,4 kb | Merkmale zur Unterscheidung der Mücken- von der Zwergfledermaus |
| [pdf] | 52,24 kb | Bestimmungshilfe für europäische Langohren |
| [pdf] | 265,52 kb | Bestimmung von Fledermäusen in Winterquartieren |
| [pdf] | 1596,75 kb | Bestimmung von Waldfledermäusen in Rund- und Flachkästen |
| [pdf] | 2834,88 kb | Bestimmung von Jungtieren |
| [pdf] | 646,42 kb | Bestimmung von Schädeln |
| [pdf] | 869,47 kb | Bestimmung von Pipistrellus und Hypsugo anhand von Zahnmerkmalen |
| [pdf] | 314,69 kb | Kleine Übersicht über die Rufe unserer Fledermäuse |
| [pdf] | 42,89 kb | Feldführer (Kurzübersicht) über Ruffrequenzen |
| [pdf] | 3456,15 kb | Bestimmungshilfe für das Erkennen europäischer Fledermäuse, Weid 1988 |
| [pdf] | 1374,00kb | Kriterien für die Wertung von Artnachweisen basierend auf Lautaufnahmen |
| | Beschreibung einzelner Arten |
| [pdf] | 83,25 kb | Das Große Mausohr |
| [pdf] | 75,24 kb | Der Große Abendsegler |
| [pdf] | 78,95 kb | Die Zweifarbfledermaus |
Arbeitshilfen zum Fledermausschutz
| | Kopiervorlagen 1 - Kartierungsbögen: |
| [pdf] | 115,99 kb | Kartierungsbogen (allgemein) |
| [pdf] | 111,75 kb | Kartierungsbogen Kirchen |
| [pdf] | 110,2 kb | Kartierungsbogen Winterquartier |
| [doc] | 53,5 kb | Fledermaus – Meldebogen digital |
| |
Kopiervorlagen 2 |
| [pdf] | 349,08 kb | Merkzettel Zählergebnisse für Quartierbesitzer |
| [pdf] | 154,7 kb | Merkzettel für Kolonien in Dachstühlen |
| [pdf] | 19,17 kb | Vorlage zur Aufnahme von "Fledermausanrufen" |
| [pdf] | 15,91 kb | Protokoll für die Renovierung von Fledermausquartieren |
| [doc] | 53 kb | Anschreiben an Quartierbesitzer |
| [pdf] | 85,46 kb | Protokoll für Detektorkartierungen |
| [pdf] | 201,87 kb | Etiketten für Fledermausdünger |
Arbeitshilfen zum Fledermausschutz
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Was Sie für den Fledermausschutz tun können:
(1) Blumenwiesen statt Rasen anlegen. (2) Alte Obstbäume erhalten und neue nachpflanzen.
(3) Unterschlupfmöglichkeit (Holzverschalung, Mauerritzen, Dachboden, Kellergewölbe) erhalten bzw. schaffen.
(4) Dachboden nicht mit giftigen Imprägniermitteln behandeln. (5) Künstliche Quartiere schaffen.
Anleitung zum Aufhängen
- In Höhe von > 3 Meter anbringen
- An möglichst starke unbewegliche Bäume anbringen
- Kasten sollte fest angebracht werden. Sich wenig bewegen.
- Freier Ein- und Ausflug sollte gewährleistet sein (keine Äste ect.)
- Etwa fünf Kästen in einem Areal aufhängen (ca. jeder 5. Baum)
- In einem Areal sonnige und halbschattige Standorte wählen
- Ausrichtung des Kastens Süd, Ost und West
Günstige Gebiete
- Weit stehende Hallenwälder
- Waldränder
- Forststraßen
- Bergkuppen und Südhänge
- Jagdkanzeln (Doppelbrett)
- Gebiete mit gutem Nahrungsangebot (z.B. Feuchtflächen) aber wenig Baumhöhlen
- In Nähe von Naturwald- und Totholzarealen
- In Nahe von Gewässern
» Fledermausschutz im Wohnbereich
» Bau- und Montageanleitung für Fledermausbretter [PDF]
Bezugsquellen für Fledermauskästen
Ein Fledermauskasten aus England
Die englischen Ausdrücke der Bauanleitung werden Ihnen keine Schwierigkeiten bereiten!

» Anbringen von Fledermauskästen
Fledermäuse brauchen sichere Quartiere
Fledermäuse nutzen im Laufe des Jahres verschiedene Lebensräume und Quartiere. Im Sommer ziehen die Weibchen in Gruppen, den sogenannten "Wochenstuben", ihre 1 - 2 Jungen auf. Der Schutz dieser Quartiere ist für die Erhaltung der Fledermausart von ganz besonders großer Bedeutung. Im Herbst treffen sich Männchen und Weibchen zur Fortpflanzung in Balzquartieren. Den Winter verbringen die Fledermäuse im Winterschlaf. Sie sind in dieser Zeit sehr störungsempfindlich und benötigen deshalb einen sicheres Winterquartier. Je nachdem, wo sich die Fledermäuse im Laufe des Jahres überwiegend aufhalten, unterscheidet man zwischen Wald- und Gebäudefledermäusen.
Fledermausarten und ihre Bedürfnisse
Jede einzelne Fledermausart hat etwas andere Ansprüche an ihr Quartier. Einige Arten - wie zum Beispiel die Kleine Hufeisennase - sind auf einen ganz bestimmten Quartiertyp angewiesen, während andere Arten – wie zum Beispiel das Braune Langohr – viele verschiedene Unterschlupfe nutzen können. Es gibt auch spezielle "Kirchenfledermäuse" die ungestörte Kirchendachböden und –türme als Lebensraum benötigen.
Nordfledermaus
Die Nordfledermaus ist im Bayerisch/Böhmischen Wald häufig, Sie lebt in Gebäuden, vor allem in der Dachverschalung.
Breitflügelfledermaus
Die Breitflügelfledermaus kommt in der Region regelmäßig vor. Sie besiedelt gerne Spalten in den Dachböden von Häusern und Kirchen.
Zwergfledermaus
Die oft vorkommende Zwergfledermaus ist eine typische Gebäudefledermaus. Sie kann fast alle Spalten an Gebäuden und Nebengebäuden nutzen.
Rauhautfledermaus
Rauhautfledermäuse sind ganz typische Waldfledermäuse, die auf Quartiere in Bäumen und auf Fledermauskästen angewiesen sind.
Mückenfledermaus
Über die erst im Jahr 2000 entdeckte Mückenfledermaus ist noch wenig bekannt. Vermutlich besiedelt diese Art am liebsten Baumhöhlen.
Zweifarbfledermaus
Eine sehr typische Gebäudefledermaus ist die Zweifarbfledermaus. Sie ist oft an Holzverschalungen von Häusern und Scheunen anzutreffen.
Graues Langohr
Das Graue Langohr ist eine typische Gebäude- und vor allem Kirchenfledermaus. Sie lebt dort sehr versteckt in engen Spalten.
Braunes Langohr
Das häufig vorkommende Braune Langohr ist in seiner Quartierwahl nicht anspruchsvoll, es kann sowohl Kirchen, als auch Häusern, Bäume oder Vogel- und Fledermauskästen besiedeln.
Mopsfledermaus
Die in der Gegend verbreitete Mopsfledermaus, ist ursprünglich ein Waldbewohner, die ihre besonders engen Quartiere unter abgeplatzter Rinde sucht. Alternativ nimmt diese Art aber auch Spalten an Holzscheunen an.
Großes Mausohr
Das Große Mausohr kann Wochenstuben bis zu 1000 Individuen bilden. Es ist auf warme, große und ungestörte Räume angewiesen. Diese Art ist hauptsächlich in Kirchen und Schlössern zu finden.
Fransenfledermaus
Fransenfledermäuse leben gern in landwirtschaftlichen Nebengebäuden, vor allem in ausgeschlagenen Hohlblocksteinen. Sie besiedeln aber auch Baumhöhlen und Fledermauskästen.
Wasserfledermaus
Die Wasserfledermaus lebt ausschließlich im Wald und besiedelt hier Baumquartiere wie Höhlen und Spalten aller Art – auch in niedriger Höhe.
Kleine Bartfledermaus
Die Kleine Bartfledermaus wird häufig unter Holzverschalungen an Hauswänden entdeckt. Sie ist eine typische Gebäudefledermaus.
Große Bartfledermaus
Die Große Bartfledermaus lebt – wie ihre Zwillingsart – auch an Gebäuden, sie wird aber auch im Wald in Fledermauskästen gefunden.
Bechsteinfledermaus
Die Bechsteinfledermaus ist eine ausgeprägte Waldfledermaus. Sie ist auf eine große Zahl an Baumhöhlen und Fledermauskästen angewiesen.
Kleiner Abendsegler
Der seltene Kleine Abendsegler lebt ausschließlich in lichten Wälder in Baumhöhlen oder Fledermauskästen. Er benötigt große Baumhöhlen für seinen Winterschlaf.
Großer Abendsegler
Der häufige Große Abendsegler ist eine baumbewohnende Fledermausart, er kann aber auch alternativ Hochhäuser besiedeln und hält dort auch seinen Winterschlaf.
Kleine Hufeisennase
Die seltene Kleine Hufeisennase hat ganz besondere Ansprüche an ihr Quartier. Die typische Kirchenfledermaus benötigt warme, sehr ungestörte Dachböden mit einer großen Einflugsöffnung, durch die sie hindurchfliegen kann.
Fledermausschutz an Gebäuden
PDF: » Anbringen von Fledermauskästen PDF: » Leitfaden Gebäudesanierung PDF: » Quartiere an Scheunen
Renovierung
In den Sommermonaten, während der Wochenstubenzeit, sind Fledermäuse besonders störungsempfindlich. Die flugunfähigen Jungen können das Quartier nicht verlassen. Wenn Sie an einem renovierungsbedürftigen Haus Fledermäuse vermuten, dann sollten Sie unbedingt einen Fledermausbetreuer zu Rate ziehen! Wenn eine Wochenstube festgestellt wird, dann ist es wichtig, folgende Punkte zu beachten:
- Die Renovierung sollte erst nach Verlassen der Wochenstube erfolgen.
- Das Quartier und seine Einflugöffnungen sollten original erhalten bleiben.
Wenn das Quartier nicht erhalten werden kann, dann sollte ein Ersatzquartier aus dem alten Material gebaut und an einer ähnlichen Stelle angebracht werden.
Wenn beim Dachdecken zufällig Fledermäuse gefunden werden, dann bitte sofort die Hotline anrufen! Fledermaushilfen am Haus
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Fledermäusen Quartiere am Haus oder am Nebengebäude zu bieten: Grundsätzlich sollte vermieden werden:
- Holzverschalungen und Einflugöffnungen zu vergittern und
- die Löcher ausgeschlagener Hohlblocksteine zu verputzen.
- Katzen zu nah an die Ausflugsöffnung zu lassen.
Zusätzlich sind folgende Maßnahmen erfolgsversprechend:
- Anbringen eines Fledermausziegels im nicht gedämmten Dach.
- Herstellen einer Fledermausöffnung (5 cm hoch, 10 cm breit) im Dachboden.
- Anbringen verschiedener Flachkästen rund um das Gebäude und im Dach.
Fledermausflachkästen (selbstgebaut aus Holz oder gekauft aus Holzbeton) am Haus oder an den Nebengebäuden werden von vielen Fledermausarten (hier eine Mopsfledermauskolonie) gerne angenommen. Der Kasten sollte auf mindestens 2 Meter Höhe (je höher, desto besser) angebracht werden. Die Anbringung von zwei Kästen, ein Kasten in sonniger Lage (Süden) und ein Kasten in halbschattiger Lage (Schatten unter dem Dachvorstand oder Ost/West Lage) ist optimal.
Fledermausschutz in Kirchen
PDF: Merkblatt Kirchensanierung
Neben den bereits genannten Maßnahmen für Gebäudefledermäuse müssen bei Kirchenfledermäusen einige weitere Punkte beachtet werden:
- Begasungen und Renovierungen: Fledermausbetreuer einschalten!
- Begasungen und Renovierung nicht in der Wochenstubenzeit
- Begasungen bei besetztem Quartier nur mit Absauganlage
- Insektenbekämpfung nur mit fledermausfreundlichen Mitteln im Herbst/Winter
- Insektenbekämpfung: Hangplätze aussparen, Bohrlochtränkung
- Verbindung Zwischen Turm und Schiff sollte bleiben
- Möglichst wenig Hinterlüftung, vor allem im oberen Drittel des Daches
- Anbringung von Fledermausziegeln im Dach
- Anbringung einer Einflugöffnung in die vergitterte Schallöffnung des Turms
- Anbringung eines Fledermausbrettes im Dachraum
Die Einflugöffnungen in den vergitterten Turm sollten mindestens 5 cm hoch und 10 cm breit sein.
Fledermausziegel (käuflich) im Dach sichern den Fledermäusen den Ein- und Ausflug, es gibt sie für jede Ziegelform.
Kirchen sind für spezielle Kirchenfledermäuse überlebensnotwendige Quartiere, es ist ganz wichtig, dass zumindest in Teilbereichen der Wärmestau im Dach erhalten bleibt.
Fledermausbretter im Dachinnenbereich können spaltenbewohnende Fledermäuse fördern
Fledermausschutz im Wald
» Anbringen von Fledermauskästen
Typische Waldfledermäuse halten sich das ganze Jahr im Wald auf und besiedeln hauptsächlich Laubbäume. Alternativ können auch Vogelnistkästen, Fledermaushöhlenkästen oder Flachkästen angenommen werden. Winterschlaf halten die Tiere aber nur in dickwandigen, frostfreien Baumhöhlen. Kästen ersetzen keine Baumhöhle, es ist deshalb notwendig, möglichst viel starkes Altholz (das weit über das Umtriebsalter hinausgeht) aus der Nutzung zu nehmen und Todholz stehen zu lassen. Folgende Maßnahmen sind für Waldfledermäuse sinnvoll:
- Belassung von geschädigten Bäumen und Todholz mit Höhlen/Spalten aller Art und abstehender Baumrinde (mind. 5/ha)
- Keine Nutzung von dickwandigen Altbäumen und Bäumen mit Krüppelwuchs als „Quartierbaumanwärter“ (mind. 5/ha)
- Förderung des Laubholzanteils, Herausnahme von Fichtenverjüngungen
- Belassung und Förderung natürlicher/naturnaher Waldränder
- Anbringung von Flachkästen an Forsthütten, jagdlichen Einrichtungen und starken Bäumen
- Anbringung von Fledermaushöhlenkästen an starke Bäume in exponierter freier Lage
- Wenn bei Baumfällarbeiten Fledermäuse gefunden werden, dann bitte sofort Hotline anrufen!
Fledermäuse können in den Sommermonaten Fledermauskästen als Ersatzquartier nutzen.
Jagdkanzeln sind sehr gute Plätze, um Flachkästen anzubringen.
Fledermauskästen sollten möglichst hoch gehängt (Minimum 2 m Höhe) und 3-5 Stück sollten zusammen in einem sichtbaren Areal angebracht werden. Davon sollten Kästen sowohl in der prallen Sonne (Südlage) und im Halbschatten (Ostlage und Westlage) hängen. Wichtig ist ein freier Anflug, der durch keine Hindernisse - wie z.B. Äste - gestört wird.
Günstige Lagen für die Anbringung von Nistkästen sind:
- Waldwege, Waldränder, Lichtungen
- Gewässerränder aller Art
- südlich exponierte, locker bestandene Berghänge und Berggipfel
- besonnte Hallenwälder und Altersklassenwälder, v.a. Laub- und Mischwald
- Laub- und Mischwälder mit fehlenden Baumhöhlen
- Laub- und Mischwälder mit nachgewiesenen Fledermausvorkommen
Jagdbiotope für Fledermäuse
Neben einem sicheren Unterschlupf benötigen Fledermäuse Insekten zum Fressen. Sie sind dabei nicht wählerisch, benötigen aber im Sommer große Mengen: große und kleine Käfer, Falter, Motten, Stubenfliegen, Eintagsfliegen, Stechmücken und sogar Spinnen werden von ihnen vertilgt. Gifteinsatz in der Landwirtschaft und im Garten tötet oder vergiftet ihre Beute, gerade Fledermäuse leiden besonders darunter. Alles was zur Förderung heimischer Insekten dient, hilft deshalb auch den Fledermäusen:
- Giftfreies, ökologisches Wirtschaften im Garten und in der Landwirtschaft
- Erhalt und Neuanlage von Streuobstwiesen und Alleen
- Erhalt und Neuanpflanzung von Hochhecken
- Anpflanzung vieler einheimischer blühender Büsche und Bäume im Garten
- Ansaat einer heimischen Blumenwiese statt Rasen
- Anlage und Renaturierung naturnaher Gewässer mit Gehölzsaum
Bitte verwenden Sie keine Klebefallen im Stall und Garten! Jagende Fledermäuse bleiben daran hängen (Hotline anrufen!). Auch die Ausbringung von Schutznetzen für Obstbäume kann für Fledermäuse zur tödlichen Falle werden.
Winterquartiere für Fledermäuse
Im Winter nutzen Fledermäuse neben Baumhöhlen auch gemauerte Erdkeller, Stollen und Höhlen als Winterquartier. Die Fledermäuse sollten im Winterquartier ungestört bleiben. Folgende Maßnahmen können für winterschlafende Fledermäuse durchgeführt werden:
Eine Einflugöffnung für verschlossene Erdkeller und Stollen schaffen (5 cm hoch, 20 cm breit, im oberen Drittel). Am Boden: Durchschlupf von 5x5x m für Amphibien. - Offene und zugängliche kleine Keller mit Tür (Einflugöffnung nicht vergessen!) verschließen
- Große Stollen bitte melden (Hotline), diese sollten mit einbruchsicheren Gittern (zumindest für die Winterzeit) verschlossen werden.
- Anbringen von Hohlblocksteinen und Ziegeln als Unterschlupf
- Keine Trockenlegung des Kellers
- Keine Begehung von Winterquartieren v.a. mit Fackeln oder Öllampen, kein Feuer machen
- Schaffung eines Winterquartiers in Gegenden ohne, oder mit wenig Höhlen
- Kleine Erdkeller sollten mit einer Türe (Einflugöffnung nicht vergessen!) verschlossen werden, größere Stollen mit waagerechten Gittern.
In Hohlblocksteinen und hinter Ziegeln, die möglichst hoch oben angebracht werden, finden Fledermäuse in spaltenarmen Winterquartieren Unterschlupf.
Fledermausschutz
im Naturpark Bayerischer Wald
Die neue zweisprachige Broschüre ist fertig:
"Fledermausschutz in der Praxis - Ochrana netopýrů v praxi".
Sie können sie
hier nachlesen [3,7 MB] oder beim
Naturpark Bayerischer Wald bestellen.
Was bisher geschah ...
Bis 1987 war über Fledermäuse im Bayerischen Wald und Donauraum nur sehr wenig bekannt. Erst mit einer Diplomarbeit und einem von dem Naturpark Bayerischer Wald ins Leben gerufenen Fledermausschutzkonzept wurde mit einer kontinuierlichem Erforschung der Fledermäuse in vier Landkreisen (Regen, Freyung-Grafenau, Deggendorf, Straubing-Bogen) begonnen. Bald schloß sich der Landkreis Passau als eigener Träger dem Projekt an. Seit über zehn Jahren wird nun in fünf Landkreisen des Bayerischen Waldes und dem Donauraum Fledermausforschung und -schutz betrieben; mit großem Erfolg!
Von 21 in ganz Bayern regelmäßig vorkommenden Arten kommen allein 19 im Bayerischen Wald vor (nur die Große Hufeisennase und die Weißrandfledermaus fehlt).
Der Bayerische Wald einschließlich Donau/Inn Raum ist ein bedeutendes Rückzugsgebiet für viele seltene Fledermausarten, die im restlichen Bayern und Deutschland kaum noch zu finden sind. Besonders die kälteharten Zweifarbfledermäuse, Nordfledermäuse und die stark bedrohten Mopsfledermäuse haben hier die bedeutensten Vorkommen Deutschlands.
Die Forschungsergebnisse wurden in Zusammenarbeit mit dem Naturpark und den Landkreisen direkt in Schutzmaßnahmen umgesetzt. Die Fledermausbestände sind stabil, bei einigen Arten könnte man sogar vorsichtig von einer leichten Zunahme sprechen. Es wurde viel Aufklärungsarbeit betrieben, Filme gedreht und eine Fledermausaustellung erstellt um Werbung und eine Imageverbesserung für die Tiere zu erreichen. Für jeden Landkreis wurde eine ehrenamtliche Fledermausbetreuergruppe eingerichtet, um schnell vor Ort den Fledermäusen helfen zu können. [ ... mehr dazu im » Projektbericht als PDF]
Vampire und Glücksbringer
Wie alle Nachttiere haben auch die Fledermäuse die Phantasie des Menschen beschäftigt. Ihr Aussehen, ihre nächtliche Lebensweise und ihr lautloser, auch in stockfinsterer Nacht zielsicherer Flug waren Gründe genug, sie mit dem Teufel oder anderen dunklen Mächten in Verbindung zu bringen. Die Mädchen wurden aufgefordert ein züchtiges Kopftuch zu tragen damit "die Fledermäuse nicht in die Haare fliegen". Mit dieser "Drohung" wurden die Kinder auch oft zu Bett geschickt. Das Negativ-Image, das nur auf altem Aberglauben beruht, haftet den Fledermäusen bei uns schon seit Jahrhunderten an und wird erst langsam überwunden.

Außerhalb Europas besitzen Fledermäuse eine ganz andere, positive Bedeutung: In China z.B. stehen Fledermaussymbole für Glück, Reichtum und Gesundheit.

Wir hoffen mit dieser Internetseite die alten Vorurteile weiter abzubauen und die Bereitschaft zu wecken, sich für den Schutz dieser durch und durch nützlichen und faszinierenden Tiere einzusetzen.
Verwandtschaftsverhältnisse
Weltweit gibt es etwa 1000 Fledermausarten, der Verbreitungsschwerpunkt der Fledermäuse liegt in den Tropen und Subtropen. Hier kommen auch drei Arten der "Vampirfledermäuse" vor, die sich von Vogel- und Säugerblut ernähren. Die größeren Verwandten, die Flughunde haben ihre Verbreitung ebenfalls nur dort.
Bei den mitteleuropäischen Arten dagegen handelt es sich ausschließlich um völlig harmlose Insektenjäger, deren Nahrungsspektrum von kleinsten Stechmücken bis zu großen Laufkäfern reicht.
 |  |  |
| Große Hufeisennase | Großes Mausohr
| Europäische Bulldogfledermaus |
In der zoologischen Systematik werden die mitteleuropäischen Fledermäuse in drei Familien unterteilt: Hufeisennasenfledermäuse (Bild links), Glattnasenfledermäuse (Bild mitte), Bulldogfledermäuse (Bild rechts). Die weitere Bestimmung der Gattungen und der Arten erfolgt nach Merkmalen wie Größe, Ohrform, Ohrdeckelform, Fellfarbe etc.
In Bayern kommen 21 verschiedene Fledermausarten vor. 18 dieser Arten wurden bis jetzt auch im Naturpark nachgewiesen. Das Vorkommen einer dieser Arten - der Kleinen Hufeisennase - ist bislang allerdings nur durch den Fund eines toten Einzeltieres belegt.
Fledermäuse sind schon 30 mal länger auf der Erde als der Mensch. » Mehr...
Fledermäuse sind schon 30 mal länger auf der Erde als der Mensch
Flugakrobaten mit häutigen Schwingen

Fledermäuse sind neben den Flughunden die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können. Ihre Vorderextremitäten sind zu Flügeln umgebildet. Die Mittelhand- und Fingerknochen sind enorm verlängert. Die elastische Flughaut setzt längs der Körperseiten an und spannt sich zwischen den Fingern und den Hinterfüßen bis hin zum Schwanz. Nur die kurzen Daumen und die Hinterfüße ragen aus diesen "Tragflächen" hervor und dienen zum Festhalten und Klettern.
 | | |
Zu den schnellfliegenden Arten mit langen, schmalen Flügeln gehört der Große Abendsegler. | Langohrfledermäuse mit ihren kurzen und breiten Flügeln gehören zu den langsam fliegenden Arten. |
Nachtjäger mit Ultraschall und Echolot
Fledermäuse orientieren sich bei ihren nächtlichen Beuteflügen durch ein "biologisches" Echoortungssystem. Durch Maul oder Nase stoßen sie Ultraschallrufe aus, die für den Menschen nicht hörbar sind. Aus den reflektierten Echos machen sie sich
ein "akustisches Bild" von ihrer Umgebung.
Sie sind die einzigen Landsäugetiere die das können. Abendsegler können dabei sogar die Lautstärke eines Presslufthammers erreichen. In bekannten Arealen können Fledermäuse sogar in stockfinsterer Nacht auch ohne Ultraschall fliegen. Sie orientieren sich dann ausschließlich nach ihrem hervorragenden räumlichen Gedächtnis.
 |  |
Es sieht zwar etwas gefährlich aus, dient aber nur zur Orientierung: Glattnasenfledermäuse, wie die Nordfledermaus stoßen ihre Orientierungslaute durch das weit geöffnete Maul aus. | Hufeisennasenfledermäuse, wie die Kleine Hufeisennase senden ihre Orientierungslaute durch die Nase aus. Die eigentümlich geformten Nasenaufsätze dienen zur exakten Echoortung. |

Ortungsrufe werden von einem Nachtfalter reflektiert. Gehörsystem und Gehirn der Fledermaus verarbeiten die zurückkehrenden Echos.
nach SCHOBER & GRIMMBERGER (1998)
Untermieter in Häusern, Wäldern und Höhlen
Fledermäuse nutzen im Lauf eines Jahres verschiedene Lebensräume. Als Jagdreviere bevorzugen sie abwechslungsreiche, möglichst naturnahe Landschaften.
In den
Sommerquartieren - warmen und trockenen Plätzen in Dachstühlen, unter Holzverkleidungen, in Mauerspalten oder Baumhöhlen - verbringen die Männchen und Weibchen getrennt voneinander die Frühjahrs- und Sommermonate. Die Weibchen schließen sich zu sogenannten Wochenstuben zusammen und ziehen hier ihre Jungen auf.
Die
Winterquartiere, in denen die Fledermäuse ihren Winterschlaf halten, müssen feucht und kühl, aber möglichst frostfrei sein. Hauptsächlich werden dazu Höhlen, Stollen, feuchte Keller und Baumhöhlen aufgesucht.
Waldfledermäuse, wie die noch relativ häufige Fransenfledermaus, bewohnen naturnahe Mischwälder, Lichtungen und Waldränder. Als Wochenstuben und Tagesquartiere nehmen sie natürliche Baumhöhlen, ersatzweise auch Nistkästen an.
Hausfledermäuse sind an den menschlichen Siedlungsraum und die offene Kulturlandschaft gebunden. Sie bevorzugen Unterschlupfmöglichkeiten in und an Gebäuden. Recht häufig sind im Bayerischen Wald und Donauraum Bartfledermäuse zu finden, die sich gerne hinter Holzverschalungen ansiedeln.

Bechsteinfledermaus im Winterschlaf. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit in den Winterquartieren sind die Fledermäuse oft mit Wassertropfen bedeckt.
Insektenfänger: Im Winter faul - im Sommer fleißig
Den Winter verschlafen die Fledermäuse. Während des Winterschlafs sind alle Körperfunktionen auf ein Minimum reduziert und der Engergieverbrauch ist sehr gering. Normalerweise reichen die im Herbst angelegten Fettreserven als Energievorrat bis zum Aufwachen im nächsten Frühjahr aus. Mehrfache Störungen oder lange Frostperioden in den Winterquartieren können aber zum Tod der Tiere führen, denn jedes Aufwachen ist mit einem hohen Energieverbrauch verbunden.
Aktive Fledermäuse haben einen hohen Energieumsatz. Der tägliche Nahrungsbedarf der Fledermäuse liegt zwischen einem Viertel und einem Drittel ihres Körpergewichts. Da sie sich ausschließlich von Insekten ernähren, haben sie eine wichtige Funktion als biologische "Schädlingsbekämpfer".

Bild links: So viel Fledermauskot unter dem Hangplatz einer Kolonie des Großen Mausohrs sind heutzutage fast nur noch auf alten Bildern zu sehen.
Fledermauskot ist leicht von Mäusekot zu unterscheiden: Er ist trocken und krümelig und besteht ausschließlich aus unverdauten Insektenteilen.
Bild rechts: Kalte und verregnete, insektenarme Frühjahrs- und Sommermonate haben den Tod vieler, vor allem junger Fledermäuse zur Folge. Wegen ihrer niedrigen Vermehrungsrate (nur ein Junges pro Jahr, seltener Zwillinge) und einer recht niedrigen durchschnittlichen Lebenserwartung (vier bis fünf Jahre) können Fledermäuse negative Umwelteinflüße nur schwer ausgleichen.
Verfolgt und verjagt
Die meisten der einheimischen Fledermausarten sind in ihrem Bestand gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Die Ursachen für den drastischen Rückgang der Bestände sind vielfältig, aber fast ausschließlich auf die Veränderung der Umwelt durch den Menschen zurückzuführen.
Fledermäuse brauchen abwechslungsreiche Landschaften mit naturnahen Wäldern und Feldgehölzen, heckenbegrenzten Wiesen und baumgesäumten Bachläufen. Durch die Flurbereinigungen der letzten Jahrzehnte sind oft trostlose Agrarwüsten entstanden und die zeitgleich stattfindende Intensivierung der Landwirtschaft hat zu einem drastischen Anstieg des Pestizideinsatzes geführt. Auch geeignete Sommer- und Winterquartiere werden immer mehr zur Mangelware. Zudem werden die nützlichen Fledermäuse manchmal auch heute noch als "Ungeziefer" oder vermeintliche Schädlinge verjagt und verfolgt.
Gefährdungsstatus der Fledermäuse in Bayern:
| Nicht gefährdet | Potentiell gefährdet | Gefährdet | Stark gefährdet | Vom Aussterben bedroht |
| Wasserfledermaus | Großes Mausohr | Fransenfledermaus | Gr. Bartfledermaus | Kleine Hufeisennase |
| Kleine Bartfledermaus | | Bechsteinfledermaus | Kleiner Abendsegler | |
| Zwergfledermaus | | Großer Abendsegler | Zweifarbfledermaus | |
| Mückenfledermaus | | Breitflügelfledermaus | Graues Langohr | |
| Braunes Langohr | | Nordfledermaus | Mopsfledermaus | |
| | Rauhautfledermaus | | |
Forschungsobjekte - Kartiert und betreut

Im Bayerischen Wald werden die Fledermausbestände seit 1987 systematisch erfaßt. Die Forschungsergebnisse zeigen, daß die Region für Fledermäuse ein sehr attraktives Gebiet darstellt. Unter den 19 bislang festgestellten Arten finden sich vor allem im Norden auch sehr seltene und kälteresistente Arten wie Zweifarbfledermaus oder Nordfledermaus, die bisher nur selten außerhalb des Bayer. Waldes festgestellt wurden. Im Donaugebiet und im südlichen Teil kommen dagegen vermehrt wärmeliebende Arten wie das Graue Langohr oder die Breitflügelfledermaus vor. Auch zahlreiche Wochenstuben des Großen Mausohrs sind hier zu finden.


Standen anfangs noch Grundlagenerhebungen zum Fledermausbestand und zur Verteilung einzelner Kolonien im Vordergrund, jetzt kon-zentrieren sich die Bemü-hungen darauf, den Haupt-teil der bekannten Quartiere zu sichern. Zu diesem Zweck wurde ein ehrenamtlicher Betreuerring aufgebaut. Auch mit den tschechischen und österreichischen Fledermausforschern im Böhmerwald und im Mühlviertel wird intensiv zusammengearbeitet.
Winterquartiere
Da es im Bayerischen Wald kaum natürliche Höhlen gibt, werden hauptsächlich aufgelassene Bergwerkstollen als Winterquartiere genutzt. Der Bayerische Wald verfügt neben den vielen Sommerquartieren über eines der bedeutendsten Winterquartiere Deutschlands: Das Stollensystem des Silberbergs mit über 35 km Länge ist das größte bekannte Fledermaus-Winterquartier Mitteleuropas.

Die Stollen am Silberberg sind auch ein wichtiges Balzquartier und das größte bekannte Winter-quartier der stark gefähr-deten Mopsfledermaus. Der Bestand dieser noch in den fünfziger Jahren zu Tausenden vorkommenden Tiere

ist jedoch auf einige Hundert geschrumpft. In den letzten Jahren scheint sich der Bestand aber stabilisiert zu haben.
Einheimische Fledermäuse
Das Untersuchungsgebiet wird von der Donau in zwei Hälften geteilt. Der nördliche Teil ist geprägt durch den Vorderen und den Hinteren Bayerischen Wald mit seinen Wäldern und den kleinräumigen Wechsel aus Wäldern, Wiesen und Feldern. Der so genannte "Dungau" schließt sich südlich an. Das Donautal mit seinen zahlreichen Altwässern geht hier in den landwirtschaftlich intensiv genutzten "Gäuboden", die "Kornkammer Bayerns" über. Ein weiterer prägender Naturraum im Süden ist das Donau-Isar-Hügelland. Dieses tertiäre Hügelland ist charakterisiert durch sanft geschwungene Höhenzüge mit Wiesen in den Tälern, Feldern an den Hängen und bewaldeten Höhen. Der landschaftlichen Vielfalt entspricht auch der Artenreichtum der Fledermaus-Fauna.
Braunes LangohrPlecotus auritusMittelgroße Art mit auffallend großen Ohren. Sie ist überall bis in die Hochlagen sehr häufig. Besiedelt viele verschiedene Quartiere: Kirchen, Dachböden von Wohnhäusern, Scheunen, Nistkästen, Baumhöhlen und - spalten. Wird oft anhand der Falterflügel, die beim Fressen verloren werden, erkannt.
NordfledermausEptesicus nilssoniiVerbreitung von der Donau bis in die Hochlagen, aber selten südlich der Donau. Sehr kälteharte mittelgroße Art mit langem dichten Fell und goldfarbenen Spitzen. Lebt in Dachböden und Verschalungen und jagt gern über Straßenlampen.
Kleiner AbendseglerNyctalus leisleriKleiner Verwandter des Großen Abendseglers, sonst sehr selten, an der Donau jedoch häufiger, lebt in Baumhöhlen, manchmal zusammen mit dem Großen Abendsegler. Jagt gern über Gewässer und im Laubwald.
ZweifarbfledermausVespertilio murinusDie sonst sehr seltene mittelgroße Fledermausart hat ihren Verbreitungsschwerpunkt im Bayerischen Wald, sie ist hier überall häufig und meist an Holzverschalungen von Wohnhäusern zu finden. Die Art ist sehr kältehart und ein Weitstreckenwanderer aus Sibirien. Besonderheit: es gibt mehr Männchenkolonien als Wochenstuben.
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BreitflügelfledermausEptesicus serotinusIm Bayerischen Wald seltene, große Art, nur wenig Wochenstuben- und Einzeltierfunde. Lebt in Kirchen und jagt gern in Ortschaften, wo sie durch ihre Größe und ihren schwerfälligen Flug auffällt.
Kleine BartfledermausMyotis mystacinusHäufigste kleine Fledermausart. Weit verbreitet, lebt hauptsächlich unter Holzverkleidungen an Wohnhäusern. Wird oft entdeckt und verursacht wegen herabfallenden Kot manchmal Probleme mit sehr ordnungsliebenden Hausbesitzern.
Großes MausohrMyotis myotisJagt bevorzugt im Laubwald und sucht dort nach Laufkäfern. Größte Fledermaus, besiedelt Kirchen und Schlösser. Kommt hauptsächlich in unteren Lagen vor. Die Art ist durch Kirchenrenovierungen, Holz-schutzmitteleinsatz und Vergitterungen besonders betroffen.
Große BartfledermausMyotis brandtiiKleine Fledermausart, kommt im ganzen Gebiet auch jenseits der Donau und bis in die Hochlagen vor. Lebt im Wald in Baumhöhlen, Baumspalten und Nistkästen aber auch unter Dach- und Holzverschalungen an Häusern.
WasserfledermausMyotis daubentoniiIm ganzen Bayerwald häufige, mittelgroße Art. Lebt im Wald in Baumspalten, Baumhöhlen, Felsspalten. Mag kalte feuchte Quartiere. Jagd gern direkt über Wasseroberflächen und ist dort leicht zu beobachten.
FransenfledermausMyotis nattereriIn den unteren und mittleren Lagen häufige, mittelgroße Art, lebt oft in ausgeschlagenen Hohlblocksteinen und Entlüftungsschächten von Kuhställen. Frißt besonders gern nachts in Kuhställen die Stallfliegen von der Wand.
WimpernfledermausMyotis emarginatusSehr seltene mittelgroße Art, wurde bisher nur im Alpenvorland nachgewiesen. Ein einziges Einzeltier konnte an den Innstauseen im Landkreis Passau festgestellt werden. Jagt wie die Fransenfledermaus in Ställen.
Großer AbendseglerNyctalus noctulaDiese große Art ist hauptsächlich entlang der Donau und dem Inn mit großen Vorkommen zu finden. Dort ist sie häufig auch schon tagsüber zusammen mit Schwalben in schnellem Flug zu beobachten. Im Herbst werden laute Zwitscher- Rufe bei der Balz ausgestoßen. Die Art bewohnt Baumhöhlen, Nistkästen und Verblendungen von Hochhäusern.
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RauhautfledermausPipistrellus nathusiiKleine, sehr seltene Fledermausart, nur Einzelnachweise in niederen Lagen, vermutlich nur Durchzügler. Einige Tiere wurden im Winter in Holzstößen gefunden.
ZwergfledermausPipistrellus pipistrellusKleinste Fledermausart Deutschlands. Im Bayerischen Wald zerteilt aber nicht häufig. Verschiedene Quartiere werden angenommen, Garagen- und Hausverschalungen, Dachverkleidungen ect. Die Art wird oft sehr niedrig um Straßenlampen kreisend beobachtet.
Graues LangohrPlecotus austriacusZwillingsart des Braunen Langohrs. Die Farbe des Gesichts ist etwas dunkler. Diese Art ist wärmeliebender und kommt nur in den tieferen bis mittleren Lagen, öfter zusammen mit dem Braunen Langohr vor. Sie besiedelt nur Gebäude.
MopsfledermausBarbastella barbastellusDie sehr seltene mittelgroße Fledermausart ist in Deutschland vom Aussterben bedroht und sonst überall rückläufig. Zwei von vier bayerischen Wochenstuben wurden im Landkreis Passau nachgewiesen. Das größte Winter- und Balzquartier Deutschlands für diese Art befindet sich im Silberberg bei Bodenmais. Die Bestände sind im Bayerischen Wald bisher stabil.
BechsteinfledermausMyotis bechsteinii Von der Bechsteinfledermaus, einer typischen Waldfledermaus, konnten Wochenstuben und Winter-quartiere festgestellt werden. Waldfledermäuse sind wesentlich schwerer zu finden als Hausfledermäuse. Über deren Bestände ist das Wissen daher noch sehr lückenhaft. Informationen über besetzte Höhlenbäume - oft erkennbar durch dunkle Spuren am Einflugloch - sind daher äußerst erwünscht.
Kleine HufeisennaseRhinolophus hipposideros Die in den 60-er Jahren noch häufige, mittelgroße Fledermausart ist nun in Deutschland sehr selten und fast schon ausgestorben. Im Bayerischen Wald konnte im Landkreis Straubing ein Totfund und zwei Flugbeobachtungen gemacht werden. Die Hufeisennasen rufen die Ultraschall-Laute nicht aus dem Maul sondern aus der hufeisenförmig geformten Nase.
Überlebenskämpfer - Schutz und Hilfe
Die einheimischen Fledermäuse stehen seit 1936 unter Naturschutz. Aber der gesetzliche Schutz allein reicht nicht aus. Ein effektiver Schutz derart gefährdeter Tiergruppen ist nur über die Erhaltung ihrer Lebensräume und Quartiere möglich. Fledermausschutz heißt in erster Linie Biotopschutz!
Zum Schutz der Fledermäuse sollten aber auch Renovierungsarbeiten an Gebäuden mit Fledermausvorkommen nur in den Herbst- und Wintermonaten durchgeführt werden. Ebenso sollte - auch im eigenen Interesse - auf den Einsatz giftiger Holzschutzmittel in und an Gebäuden verzichtet und Versteckmöglichkeiten (z.B. auf Dachböden oder unter Holzverschalungen) erhalten werden.
Weitere Informationen über neue oder bislang unbekannte Fledermausvorkommen sind wichtig.
Ansprechpartner:
Naturpark Bayerischer Wald e.V.
Infozentrum 3, 94227 Zwiesel
Tel.: 09922/802480
Fledermausschutz im Wohnbereich:(1) Blumenwiesen statt Rasen anlegen
(2) Alte Obstbäume erhalten und neue nachpflanzen
(3) Unterschlupfmöglichkeiten unter Holzverschalungen, in Mauerritzen, im Dachboden und in Kellergewölben erhalten bzw. neu schaffen
(4) Dachboden nicht mit giftigen Imprägniermitteln behandeln
(5) Künstliche Quartiere schaffen (Anbringen von speziellen Fledermauskästen)
Das Untersuchungsgebiet

Das Untersuchungsgebiet umfasst ca. 450 000 ha und beinhaltet das gesamte Naturparkgebiet (der vollständige Landkreis Regen und Freyung-Grafenau, der Teil Straubing-Bogens nördlich der Donau und Deggendorf nördlich der Donau) und die benachbarten Landkreisteile von Straubing-Bogen und Deggendorf südlich der Donau und den Landkreis Passau. Das Gebiet umfasst folgende Naturräume: den Höhenzug des Inneren Bayerischen Waldes, die wärmebegünstigte Regensenke, den wieder ansteigenden Vorderen Bayerischen Wald der als Vorwald zum Donautal abfällt, den intensiv bewirtschafteten Dungau, das Isarmündungsgebiet und im Süden des Landkreises Deggendorf und Straubing-Bogen das wieder etwas mehr bewaldete, aber intensiv genutzte Isar-Inn-Hügelland. Nördlich der Donau schließt sich südwestlich das hügelige, reich strukturierte Passauer Abteiland und die Wegscheider Hochfläche an. Die Höhenlagen erstrecken sich von 1456 m (Großer Arber) im Grenzgebirge des Bayerischen Waldes bis hinunter zu ca. 300 m nN im Donauraum. Während im Bayerischen Wald die Forstwirtschaft mit ausgedehnten Waldflächen und Wiesen-Weidewirtschaft überwiegt, verstärkt sich die ackerbauliche Nutzung in den niederen Lagen Richtung Donaugebiet. Die Regensenke vereint ausgedehnte Wasserflächen mit einer - für den Bayerischen Wald - günstigen Klimalage sowie Wald- und Wiesenbewirtschaftung im Umfeld. Der Dungau ist gekennzeichnet durch große zusammenhängende Ackerbauflächen und sehr wenig Wald. Im Donauraum einschließlich des Parkstettener Weihersystems und des Isarmündungsbereiches befinden sich große freie oder baumbestandene Fließ- und Stillwasserflächen. Während in den Hochlagen eine relativ niedrige Jahresdurchschnittstemperatur (ca. 3 C°) mit hohen Niederschlägen über 2000 mm und lang anhaltender Schneedeckenlage (bis zu 7 Monate) vorherrscht, ist der Donauraum und die südlichen Teile relativ warm (Jahresdurchschnittstemperatur: ca. 9 C°) und niederschlagsärmer (ca. 700 mm); meist ohne oder nur mit geringer Schneedeckenlage. Aufgrund des im Untersuchungsgebiet dominierenden wasserführenden Untergrundes sind überall zahlreiche Oberflächenwasser anzutreffen.
Sommerquartiere und Wochenstuben
Der Anteil der Sommerfunde ist in jedem der fünf Landkreise unterschiedlich. Die südlichen Landkreisteile wurden die Jahre nicht durchgängig so intensiv erfasst wie die nördlichen Landkreisteile des Naturparks. Sie sind deshalb etwas unterrepräsentiert. Dennoch lassen sich die Zahlen weitgehend vergleichen. Auffallend ist der hohe Besatz der Kirchen in allen fünf Landkreisen des Untersuchungsgebietes.
In folgender Abbildung ist der Anteil der besetzten Kirchen dargestellt:

Gelb = Einzeltiere
Grün = Wochenstuben
Rot = nicht besetzt (meist nach Renovierung)
Blau = alte Kolonien meist nach Renovierung verschwunden
Wenn die Kirchen nicht besetzt waren, dann handelte es sich meist um ein für Fledermäuse völlig ungeeignetes Gebäude, nur in sehr wenigen Einzelfällen waren die Kirchen offenbar geeignet, jedoch nicht besetzt. In den besetzten Kirchen ist insgesamt eine Zunahme der Langohrfledermäuse zu verzeichnen (15 neu mit Kolonien besetzte Kirchen). Die Entwicklung der Großen Mausohren in den einzelnen Kolonien ist sehr unterschiedlich, dabei werden große Kolonien immer größer, kleine bleiben gleich. Die häufigsten anderen Sommerquartiere waren Privathäuser, Scheunen und einige größere Kapellen, die auf Verdacht kontrolliert wurden. Die Kontrolle von Baumhöhlen und Kästen erfolgte bislang sporadisch und wurden erst in den letzten Jahren intensiviert. Die meisten Funde in Privatgebäuden befanden sich unter Holzverschalungen, gefolgt von Dachverschalungen, Scheunenbalken, Baumhöhlen, Kästen und Fensterläden. Bei der Höhenverbreitung der Kolonien und Wochenstuben insgesamt ergibt sich folgendes Bild: Die meisten Vorkommen konzentrieren sich auf die mittleren bis unteren Lagen des Bayerischen Waldes während die Funde der Einzeltiere oder kleinen Gruppen (< 4) sich im Untersuchungsgebiet sehr gleichmäßig verteilen. Einzige Ausnahme stellt hier der Gäuboden (Dungau) dar. Dort wurden weniger Einzeltiere und Kolonien festgestellt.
Winterquartiere
Im kristallinen Gestein des Bayerischen Waldes gibt es kaum natürlichen Höhlen. Lediglich tiefergehende Gesteinsspalten sind vorhanden und können als frost-freie und geeignete Winterquartiere angesehen werden. Den Gesamtfunden im Sommer stehen - wie auch in anderen gut untersuchten Gebieten - wenige Winterquartierfunde gegenüber. Die Beobachtung lässt sich durch zwei Möglichkeiten erklären: die Tiere wandern teilweise ab oder sie verschwinden in Quartieren, die von uns nicht aufgesucht werden können oder uns unbekannt sind. Die tiefen Gesteinsspalten im kristallinen Gestein erfüllen alle Anforderungen an ein Winterquartier: Frostfreiheit, Feuchtigkeit, Ungestörtheit. Einzelne Beobachtungen von den im Herbst ausfliegenden Nordfledermäusen, Wochenstuben, Sommer- und Herbstkolonien von Wasserfledermäusen und Mopsfledermäusen in Gesteinsspalten und Dehnungsfugen von Betonbrücken lassen die Annahme zu, dass diese auch im genutzt werden. In Baumquartieren überwinternde Fledermäuse sind ebenfalls schwierig zu finden. Solche Bestände lassen sich nur durch Notfälle (Baumfällungen mit Fledermausvorkomman) oder über die in milden Wintertagen ausfliegenden Fledermäuse feststellen. Solche Funde konnten schwerpuktmäßig im Donauraum gemacht werden, seltener in den Mittellagen oder Hochlagen. Mit weiteren Baumüberwinterern ist maximal bis in die mittleren Lagen zu rechnen, die Hochlagen sind vermutlich aufgrund der kalten Temperaturen ungeeignet. In den niederen Lagen entlang der Donau werden überwinternde Abendseglerkolonien auch in Hochhausverkleidungen beobachtet. Die Nutzung von Kirchen als Winterquartier ist bei Grauen Langohren in den niederen und wärmeren Lagen (Donauniederung) bekannt. Der Silberberg ist das bedeutenste Winterquartier im Bayerischen Wald.
Balzquartiere und Zwischenquartiere
Fledermäuse haben ihre Paarungszeit im Herbst. Die herbstlichen Balzquartiere fungieren oft auch als Winterquartiere. Dies können Baumhöhlen sein, wie bei z.B. bei dem Großen Abendsegler oder Höhlen und Stollen für viele andere Arten. Die Höhlen sollten groß genug für schnelle Flugmanöver sein. Neben den Winterquartieren wurden auch bestimmte Balzareale wie Baumgruppen (Zwergfledermäuse, Langohren), Steinbrüche (Zweifarbfledermaus) auch Straßenlampen (Nordfledermaus, Zweifarbfledermaus) ausgemacht. Auch Balzquartiere und Zwischenquartiere in Kirchen sind bekannt, meist sitzen dort Männchen des Großen Mausohrs mit einem Harem in Balkenkehlen und Spalten. Der Silberberg ist ein großes und bedeutendes Balzquartier, an den Einfugöffnungen zum Winterquartier werden im Spätsommer und Herbst viele Fledermäuse beobachtet. Auch andere Winterquartiere dienen zur Balz. Hier zeigten sich sehr unterschiedliche Muster: auffallend ist das Vorkommen der Bechsteinfledermäuse am Hennenkobl Stollen. Sonst ist diese Art an den anderen Quartieren seltener anzutreffen. Auch am Silberberg ist während der Balzaktivität ein etwas anderes Verbreitungsmuster als im Winterschlaf zu beobachten. Viele Nordfledermäuse, jedoch wenig Bartfledermäuse und Fransenfledermäuse stehen vielen Bartfledermäusen und wenigen Nordfledermäusen gegenüber. Es ist also davon auszugehen, dass deutlich mehr Tiere (> 1000) den Silberberg anfliegen als letztendlich im Winterschlaf gefunden werden. Weitere interessante Balzareale wurden um Gesteinsspalten und spaltenähnliche Höhlungen gemacht. Die auffälligen Strukturen haben offenbar große Anziehungskraft auf die Tiere.
Auch in Tschechien wurde an einzelne Felsen im Wald ein invasionsartiges Auftreten der Mopsfledermaus beobachtet. Eine Invasion von Zwergfledermäusen, wie sie häufig im Nürnberger Raum beobachtet wird, konnte im Untersuchungsgebiet nur wenige Male festgestellt werden. Durch Zufall wurde ein neues Zwischenquartier in Brückeninnenräumen und -spalten von über 60 Mops- und Wasserfledermäusen gefunden.

Anteil verschiedener Fledermausarten am Silberberg bei Flügen im Herbst
Schutzmaßnahmen
Da Anfang der 80er Jahre über Verbreitung und Vorkommen der Fledermäuse im Bayerischen Wald kaum etwas bekannt war, stand in den ersten Jahren die Bestands-erfassung im Vordergrund. Um den sehr guten Fledermausbestand zu sichern, kamen im Lauf der Zeit immer mehr Schutzmaßnahmen dazu.
Neben der Sicherung von Winter- und Sommerquartieren, der Beratung von Quartierbesitzern und der Aufhängung von Fledermauskästen, wurde ein ehrenamtlicher Betreuerkreis ins Leben gerufen. Die Betreuer kümmern sich um die Fledermausquartiere in ihrer Umgebung.
Zusätzlich wurde eine Pflegestation errichtet, die schon seit fast 20 Jahren die Aufnahme und Pflege von pflegebedürftigen Tieren gewährleistet.
Auch die Öffentlchkeitsarbeit - zu der auch diese Internetseite zählt - ist ein wichtiges Instrument alte Ängste und Aberglauben abzubauen und den Fledermäusen ein Miteinander mit dem Menschen zu ermöglichen.
Pflegestation
Aufnahme von verletzten und geschwächten Fledermäusen
Aufgrund der Öffentlichkeitsarbeit und des erhöhten öffentlichen Interesses werden immer mehr geschwächte, verletzte und junge Fledermäuse beobachtet und weitervermittelt. Wegen des hohen Lebensalters, das Fledermäuse erreichen können (max. 40 Jahre) und der geringen Fortpflanzungs-rate (1-2 Junge pro Jahr) ist der Schutz eines Einzeltieres sinnvoll. Es wurde deshalb eine Pflegestation eingerichtet.
Die Anzahl der Pfleglinge stieg kontinuierlich bis auf 61 Tiere pro Jahr an. Junge Fledermäuse, die ihre Mütter verloren haben, werden mit Hand großgezogen und später direkt von der Station oder unter Artgenossen der gleichen Art freigelassen, wo sie bisher immer sofort Anschluss fanden. Häufigste Verletzungsursache bei erwachsenen Fledermäusen waren Unfälle mit Katzen, Verkehrsunfälle oder Verletzungen durch Einklemmen. Genesene und aufgefütterte Tiere wurden am Fundort wieder entlassen.
Geschwächte Tiere traten oft bei Schlechtwetterperioden auf, viele scheinbar gesunde Tiere fielen durch ungewöhnliches Verhalten auf und verstarben bald. Um mehr über die Krankheiten der Fledermäuse zu erfahren, werden Untersuchungen hinsichtlich Krankheit oder Vergiftung begleitend durchgeführt. Bisher hatte keines der Tiere Tollwut. In Verdacht für Fledermauskrankheiten verantwortlich zu sein, stehen allerdings Parasiten, Bakterien und toxische Einwirkungen.
Quartierschutz
Der Schutz bestehender Fledermausquartiere oder die Anbringung neuer Fledermausquartiere ist eine wichtige, bestandserhaltende Maßnahme. Baumfledermäuse, Gebäudefledermäuse und Kirchen bewohnende Fledermäuse benötigen einen differenzierten Maßnahmenkatalog für ihren Schutz.
Zunahme der Großen Mausohrwochenstuben(Falkenfels und Degernbach) nach betreuter Renovierung
Baumhöhlen und Nistkästen
Quartierbäume und potentielle Quartierbäume wurden in ausgewählten Waldgebieten erfasst und markiert, um eine unabsichtliche Fällung zu vermeiden. Zusätzlich wurden Fledermauskästen ausgebracht.
Bei den neu angebrachten Fledermauskästen konnten im darauf folgenden Jahr oft schon 10 % neu besiedelte Kästen festgestellt werden. Dennoch ist die Aufhängung von Nistkästen eine langfristige Maßnahme, denn wie andere Beobachtungen zeigen, werden Kästen oft erst nach mehreren Jahren von Fledermäusen angenommen, der Besatz kann dann an geeigneten Stellen nahezu 100 % betragen. Im Hinblick auf die fehlenden natürlichen Baumhöhlen und -spalten sind diese Quartiere ein limitierender Faktor und die Kästen eine sehr sinnvolle Alternative, jedoch kein vollständiger Ersatz. Der Erhalt von wertvollen Höhlenbäumen sollte deshalb weiter vorangetrieben werden.
Öffnung der Kirchen
Die Öffnung der Kirchen ist ebenfalls eine einfache, jedoch effektive Maßnahme. Viele Kirchen konnten nicht besiedelt werden, weil wegen der eindringenden Tauben alle möglichen Einflugöffnungen vergittert wurden. Eine Neubesiedelung mit Einzeltieren nach der Öffnung eines Durchschlupfs für Fledermäuse (die Luken können von Tauben nicht passiert werden) oder der Anbringung von Fledermausziegel konnte in jedem Fall beobachtet werden.
Renovierungen
Renovierungen stellen nach wie vor ein großes Problem beim Fledermausschutz dar. Leider wird bei den Renovierungen auf die Tiere oft noch immer keine Rücksicht genommen. Es ist wichtig im Vorfeld abzuklären, dass eine Renovierung nur in den fledermausfreien Zeiten möglich ist. Auch die Durchführung der Renovierung mit dem Erhalt an geeigneten Quartiermöglichkeiten für die Fledermäuse, einschließlich der verwendeten Mittel, sind eine wichtige Grundlage für den Schutz der Bestände und die Wiederbesiedelung. Ist eine Rückkehr der Fledermäuse absolut nicht erwünscht, sollte zumindest aus den alten Hölzern ein Ersatzquartier in der Nähe errichtet werden. Ein besonderes Problem sind die Kirchenrenovierungen. Oft werden die Renovierungen von der Kirchengemeinde in Eigenregie durchgeführt, von diesen Renovierungen erfährt man nur durch Zufall. Manchmal werden Renovierungenerst sehr spät gemeldet und erst kurz vor Beginn der Maßnahme weitergegeben, so dass es oft schwierig ist, schnell genug zu reagieren. Die Kirchenrenovierungen werden ohne Betreuung leider meist fledermausfeindlich durchgeführt. Der gesamte Traufbereich wird 10 cm angehoben und mit Lüftergitter verschlossen. Bis in den Firstbereich werden Lüfterziegel eingesetzt. Zusätzlich erhellen Fenster den Dachraum und Einflugöffnungen werden verschlossen. Das Quartier wird aufgrund der starken Zugluft, der Helligkeit und des fehlenden Einflugs für Fledermäuse unbewohnbar. Auf Dauer steht so eine abnehmende Anzahl geeigneter Kirchen einer zunehmenden Anzahl von Kirchen-Fledermäusen gegenüber.
Holzschutzmaßnahmen
Bei Holzschutzmaßnahmen werden die Kirchen immer aktuell auf ihren Fledermausbesatz angesehen. Meist erfolgt die Begasung mit den sehr giftigen Gasen (z.B. Sulfurylchlorid) nur im Kircheninnenraum. Dieser Innenraum wird vollständig abgedichtet. Weil die Gase jedoch tödlich auf Fledermäuse wirken, wird bei einem Besatz mit Einzeltieren im Dachboden eine Absauganlage installiert, um jeden Kontakt mit dem Gift zu unterbinden. Wurde eine Wochenstube nachgewiesen, wird wegen der Störung die Begasungsaktion auf einen späteren Zeitpunkt, nach Verlassen des Quartiers, verschoben. Gegen die Begasung ist prinzipiell nichts einzuwenden, da die Gasphase sich nicht mit dem Holz verbindet und nach entweichen keine giftigen Rückstände verbleiben. Ein etwas größeres Problem ist die Behandlung der Dachräume. Das noch immer verwendete Permethrin ist ein Nervengift und für Fledermäuse schädlich, Langohrfledermäuse können daran sterben, Mausohren verlassen das Quartier. Bei Fledermausbesatz im Dachboden dürfen deshalb nur Bohrlochtränkungen vorgenommen werden und die Hangplätze im Firstbereich und in den Balkenkehlen müssen ausgespart werden. Empfohlen wird die Verwendung von Borsalzen. In Privathäusern sollte, auch aus eigenem Interesse, eine Holzbehandlung mit weniger giftigen und lösungsmittelfreien Mitteln durchgeführt werden. Die Behandlung des Holzes kann nur im Herbst in der fledermausfreien Zeit erfolgen.
BeratungBeratungsgespräche sind die wichtigsten Schutzmaßnahmen für Fledermäuse. Oft sind die Bewohner nur verunsichert, verängstigt, oder fühlen sich durch den herabfallenden Fledermauskot gestört. Nach individuellen Beratungen konnten die anfänglichen Vorurteile abgebaut werden und die Fledermäuse in den allermeisten Fällen dauerhaft im Quartier verbleiben.
Winterquartiere
Um Störungen winterschlafender Fledermäuse zu vermeiden ist es unerlässlich, die Winterquartiere sicher zu verschließen. Der Verschluss der Winterquartiere erfolgte über ein spezielles Patent mit Beton-ausgegossenen Stangen durch deren Zwischenraum die Tiere fliegen können. Früher wurden die niedrig hängenden Fledermäuse in den engen Höhlen immer wieder durch Besucher gestört. Nach der Vergitterung stieg der Bestand um mehr als ein Drittel an. Leider wurde die Vergitterung immer wieder beschädigt, so dass Reparaturen notwendig wurden. Erfolgte die Beschädigung im Winterhalbjahr, war ein deutlicher Bestandseinbruch zu erkennen. Die Beobachtungen zeigen wie wichtig die Ungestörtheit und die Verschlussmaßnahmen in den engen, künstlichen Winterquartieren für Fledermäuse sind.

Aufgebrochenes Fledermausquartier
Öffentlichkeitsarbeit
Die Öffentlichkeitsarbeit, die begleitend durchgeführt wurde, zeigt eine sehr positive Entwicklung bei der Einstellung der Menschen gegenüber den Fledermäusen. Als ausgesprochen nützlich erweist sich der maßvolle Einsatz der flugunfähigen und an den Menschen gewöhnten Dauerpfleglingen.


Gelb = negativ
Rot = gleichgültig / unentschlossen
Blau = positiv /verhalten positiv
Der Silberberg
Der Silberberg bei Bodenmais im Bayerischen Wald ist eines der bedeutendsten Winterquartiere für Fledermäuse in Deutschland und damit besonders wichtig für den Fledermausschutz.
Der Silberberg
Das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Silberberg besteht aus einem Berg, der nahezu vollständig mit Stollengängen und großen Hallen eines alten, stillgelegten Bergwerks durchzogen ist. Außerdem befinden sich dort offene, besonnte Felsformationen, Wald, Wiesen und Feuchtgebiete. Der Silberberg liegt im Regierungsbezirk Niederbayern im Naturpark Bayerischer Wald, Landkreis Regen, östlich des Ferienortes Bodenmais.
Hinsichtlich der Anzahl an vorkommenden Mopsfledermäusen, Großen und Kleinen Bartfledermäusen, Wasserfledermäusen und Braunen Langohrfledermäusen ist der Silberberg das bedeutendste Winterquartier ganz Deutschlands und nimmt damit eine herausragende Stellung für den Fledermausschutz ein.
Das altes Bergwerk diente schon im Mittelalter bis in die 60er Jahre zur Erzgewinnung. Das Stollensystem durchzieht den gesamten Berg in mehreren Ebenen von der Bergspitze bis unter den Bergfuß. Ein sehr geringer Teil (knapp 1 km) der ca. 35 km langen Stollengänge wurde touristisch erschlossen und für Heilzwecke hergerichtet. Der Berg verfügt über mehrere Eingänge und Öffnungen nach außen und einen offiziellen Besuchereingang. Die derzeit bedeutendste Öffnung für die Fledermäuse sind die "Gottesgabe" genannten Öffnungen südöstlich unterhalb des Gipfels. Dort befinden sich steil aufragende Wände und mehrere Höhlungen, die im Herbst von den Fledermäusen intensiv zur Balz genutzt werden. In der Nähe des Einflugbereiches befinden sich auch die Hangplätze und großen Gruppen der Mopsfledermäuse im Winter. Die anderen offenen Ausgänge wurden in der Vergangenheit großteils verschüttet. Der obere Teil in Nähe der Bergspitze ist relativ kalt und frostgefährdet, der unterer Teil im Bergfuß ist sehr nass und mit bis zu 8 °C teilweise relativ warm. Der Abschnitt, in dem die Fledermäuse gezählt werden, ist knapp 5 km lang, geht über vier verschiedene Ebenen und ist - außer dem touristisch erschlossenen Schaustollen - für touristische Besucher nicht zugänglich (er schließt den Schaustollen jedoch mit ein). Da nur in einem kleinen Teil des Stollensystems kontrolliert werden kann, ist noch mit viel mehr Fledermäusen im gesamten Silberberg zu rechnen.

Kontrolle durch Fledermausbetreuer.
Folgende Arten wurden im Silberberg festgestellt:
Die Mopsfledermaus
Vor 1970 war die Mopsfledermaus in großer Zahl im Silberberg beobachtet worden (bis 3000 Tiere). Nach einigen Überlieferungen wurde im Mittelalter und während der ganzen aktiven Bergbauphase schon von vielen tausenden Tieren gesprochen. Demnach hat das Bergwerk bei den Fledermäusen eine lange Tradition. Im Jahre 1976 erlebte die Mopsfledermaus einen dramatischen Bestandseinbruch, es wurden nur noch 550 Tiere festgestellt und 1980 nur noch 270. Eventuell spiegelt der dramatische Rückgang im Silberberg den gesamten Rückgang der Art wider. Jetzt nehmen die Bestände mit leichten Schwankungen wieder langsam zu. Das beste Zählergebnis war bisher im Jahr 2000 mit 579 gezählten Mopsfledermäusen und einer Überwinterungsgruppe von über 150 Tieren. Die Flugbeobachtungen bei der Balz im Herbst lassen jedoch auf eine wesentlich höhere Anzahl an Tieren (über Tausend) schließen. Obwohl die Abbildung 1 eine leicht rückläufige Tendenz anzeigt, wird von einer stabilen Bestandsentwicklung ausgegangen. Den letzten Zählterminen waren warme Perioden vorausgegangen, die erfahrungsgemäß zu einer geringeren Zählergebnis führen.
Braunes Langohr
Das Braune Langohr ist mit maximal 60 Tieren eine sehr häufige winterschlafende Art im Silberberg. Im Herbst ist das Braune Langohr nach der Mopsfledermaus mit maximal 53 Individuen/Nacht am häufigsten mit Balzflügen vertreten. Die Bestandszahlen sind im Mittel ansteigend, unterliegen jedoch deutlichen Schwankungen. Graue Langohren wurden bei den Zählungen nie gefunden.
Bechsteinfledermaus
Von der Bechsteinfledermaus wurden nur sehr unregelmäßig Einzelfunde im Silberberg gemacht (max. 4 Individuen im Jahr 2002). Ein Bechsteinfledermaus-Männchen wurde im Sommer in einem Kasten außerhalb gefunden . Bei Schwarmflügen wurden ebenfalls nur einzelne Bechsteinfledermäuse sehr unregelmäßig beobachtet.
Großes Mausohr
Das Große Mausohr kommt regelmäßig aber in verhältnismäßig kleiner Zahl im Winter im Silberberg vor. Wenige Einzeltiere konnten auch immer wieder bei Balzfügen im Herbst festgestellt werden. Der Silberberg beherbergt im Vergleich zu seiner Größe nur einen geringen Anteil an überwinternden Mausohren des Bayerischen Waldes, andere, sehr viel kleinere Quartiere werden von mehr Tieren aufgesucht.
Wasserfledermaus
Die Zunahme der Wasserfledermaus im Winterquartier geht aus der Abbildung eindeutig hervor. 2003 hatte der Bestand der Wasserfledermaus mit 69 Tieren seine größte Zahl. Im Vergleich dazu wurden 1988 nur 3 Tiere gezählt. Nach dem aktuellen Zählstand ist die Wasserfledermaus im Silberberg jetzt nach der Mopsfledermaus und noch vor dem Braunen Langohr die zweithäufigste Art. Im Herbst ist die Wasserfledermaus bei Balzaktivitäten mit maximal 35 Tieren/Nacht häufig vertreten.
Fransenfledermaus
Die größte Anzahl der Fransenfledermäuse konnte im Winter 1997 mit 23 Tiere gezählt werden. Die Zahl ist insgesamt deutlich steigend jedoch ebenfalls mit starken Bestandsschwankungen. Bei den Schwarmflügen im Herbst spielt die Fransenfledermaus mit maximal 12 Tieren/Nacht eine eher untergeordnete Rolle.
Große und Kleine Bartfledermaus
Die Bartfledermaus ist im Silberberg im Winterschlaf häufig zu finden, wobei die beiden sehr ähnlich aussehenden Zwillingsarten nicht immer unterschieden werden können. Große und Kleine Bartfledermaus sind meist in etwa gleicher Größenordnung vorhanden, wobei in einem Jahr etwas mehr Große Bartfledermäuse, im anderen Jahr etwas mehr Kleine Bartfledermäuse gezählt wurden. Die Diskrepanz zwischen Beobachtung und winterschlafenden Tieren ist bei dieser Zwillingsart am größten. Beim Schwärmen wurden nämlich von beiden Arten nur selten Einzeltiere beobachtet, eine etwas größere Zahl liegt schon lange zurück: (maximal 7 Große Bartfledermäuse 1989, maximal 12 Kleine Bartfledermäuse 1990).
Nordfledermaus
Die Nordfledermaus zeigt früher als andere Fledermausarten, im Spätsommer (Mitte/Ende August), ein ausgeprägtes Schwärmverhalten mit über 20 Beobachtungen pro Nacht und eindeutiger Balzaktivität. Im Winterschlaf finden sich nur sehr unregelmäßig Einzeltiere im Winterquartier.
Breitflügelfledermaus
1977 wurde einmal eine Breitflügelfledermaus bei der Winterzählung gefunden.
Weitere Fledermausarten
Im Sommer wurden noch weitere Vorkommen und neue Arten im Umfeld des Silberbergs festgestellt, die nicht im Winterquartier und bei den Netzfängen auftauchen: Mehrere Überflüge von Fledermäusen der Gattung Myotis, Pipistrellus, Nyctalus und Eptesicus konnten am Gipfel und am Südhang festgestellt werden. Im Herbst wurden Balzrufe von Zweifarbfledermäusen, Zwergfledermäusen und Abendseglern registriert. Im Sommer waren besonders über den freien Flächen am häufigsten Breitflügelfledermäuse auf der Jagd zu hören. Der Kleine Abendsegler wurde ebenfalls nachgewiesen. Es gibt auch noch einen starken Verdacht auf das Vorkommen der Rauhautfledermaus. Der Silberberg hat also nicht nur Bedeutung als Winter- und Balzquartier, sondern dient über die gesamte Vegetationsperiode für eine noch größere Anzahl an Fledermausarten als Jagdgebiet.
Es kann von insgesamt 15 Arten im Bereich des Silberbergs ausgegangen werden, die das Gebiet ganzjährig unterschiedlich nutzen.
Entwicklung der Mopsfledermaus von 1990 bis 2007

Entwicklung ausgewählter Fledermausarten von 1988 bis 2004
Die Zunahme an Tieren, vor allem seit 1991/92 ist vermutlich auch auf zusätzliche Sicherungsmaßnahmen (Anbringung massiver Gitter) gegen illegale Eindringlinge an der Gottesgabe zurückzuführen, welche die winterschlafenden Fledermäuse immer wieder störten.
Betreuersystem
Wenn Sie selbst gerne Fledermausbetreuer/in werden wollen, dann wenden sie sich bitte an den Naturpark Bayerischer Wald e.V. oder an die Fledermaus-Hotline. (Kontakt/Impressum)
Durch die im Laufe der Jahre zunehmende Anzahl an wichtigen und schützenswerten Fledermausquartieren und dem wachsenden öffentlichen Interesse konnte das gesamte Schutzkonzept in den fünf Landkreisen nicht mehr von einer Person alleine bewältigt werden. Vor allem um die Fledermausbestände langfristig zu sichern, wurde ab 1994 ein ehrenamtliches Fledermausbetreuersystem eingeführt.
Was tun Fledermausbetreuer?
Fledermausbetreuer sind die ersten Ansprechpartner in der Region. Sie arbeiten ehrenamtlich, Auslagen und Fahrtkosten werden Ihnen erstattet. Wir suchen nach weiteren Fledermausbetreuern, die Spaß daran haben, sich für den Schutz dieser faszinierenden Tiere einzusetzen. Und das macht ein Fledermausbetreuer:
Betreuung ein oder mehrerer Gemeinden im Umkreis vom Wohnort - Nachkontrolle bekannter Quartiere
- Erste Kontaktaufnahme bei neuen Quartieren und Beratung
- Erstkontakt für den Notfall und Erstaufnahme verletzter Fledermäuse
- Evtl. Suche nach neuen Quartieren
- Evtl. Durchführen von Verbesserungsmaßnahmen und Infoveranstaltungen
Betreuerschulung
Fledermausbetreuer werden für Ihre Aufgabe intensiv geschult und bei ihren Tätigkeiten dauerhaft fachlich unterstützt. Im laufe des Jahres finden folgende Veranstaltungen für die Fledermausbetreuer statt:
- Ein Betreuertreffen im Jahr mit kleiner Fortbildung im Frühjahr
- Je nach Bedarf und für neue Betreuer eine zusätzliche Schulung zur Bestimmungsübung und Fledermausbetreuung
- Nach Bedarf Schulung mit dem Fledermausdetektor
- Gemeinsame Winterquartierkontrollen mit Bestimmungsübung
- Bei Bedarf Begleitung der Betreuer
- Unterstützung bei Problemfällen
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Seit 1997 wurde das Fledermausschutzkonzept als Interregprogramm unter Beteiligung der tschechischen Kollegen durchgeführt. Die tschechische Seite ist seit 40 Jahren sehr gut auf ihre Fledermausvorkommen untersucht, es gibt mehrere Fledermausexperten in der Šumavaregion. Das Datenmaterial beidseitig der Grenze kann, nach 20 Jahren intensiver Fledermauserfassung im Rahmen des Naturparkprojektes, jetzt als einigermaßen vergleichbar angesehen werden. Die Zusammenarbeit mit der tschechischen Seite ist sehr sinnvoll, da die Fledermäuse problemlos über die Grenze wechseln und für die Tiere das gesamte grenzübergreifende Areal ein einheitlicher Lebensraum darstellt. In diesem Zusammenhang wurden auch Wanderbewegungen beringter Tiere festgestellt. Im Rahmen des Interregprogrammes entstanden gute Kontakte zu den tschechischen Fledermausforschern, Datenaustausch wurde durchgeführt und Vergleiche zur Verbreitung angestellt. Es wurden Vorträge diesseits und jenseits der Grenze abgehalten und eine grenzübergreifende Wanderausstellung "Kleine Schatten in der Nacht" konzipiert. Mittlerweile werden regelmäßig gemeinsame Winter- und Sommer-quartierkontrollen in Deutschland und in Tschechien durchgeführt und die Tschechen von deutscher Seite u.a. bei Fängen und Kontrollen unterstützt. Besonderer Untersuchungsschwerpunkt waren die beiden vom Aussterben bedrohten Arten: Kleine Hufeisennase und Mopsfledermaus, sowie regional bedeutsame Arten, wie Nordfledermaus und Zweifarbfledermaus.
Da die Kooperation von wissenschaftlicher und menschlicher Seite sehr gut funktioniert ist eine weitere Zusammenarbeit vorgesehen.
Verbreitung der Fledermäuse in der Region
Im Untersuchungsgebiet konnten 19 Fledermausarten nachgewiesen werden. Ebenso viele Arten sind es in Tschechien. Für das Mühlviertel in Österreich ist die Datenlage für gesicherte Aussagen noch nicht ausreichend. Es fehlt im gesamten Naturraum die Große Hufeisennase.
Vorkommen in: | Fledermausart | Ostbayern | Bayern | Tschechien | Österreich |
| Kleine Hufeisennase | selten | selten | häufiger | nicht bekannt |
| Wimperfledermaus | sehr selten | selten | sehr selten | nicht bekannt |
| Mopsfledermaus | häufig | selten | häufig | häufig |
| Große Bartfledermaus | häufig | zerstreut | selten | nicht bekannt |
| Kleine Bartfledermaus | häufig | häufig | häufig | vermutlich häufig |
| Fransenfledermaus | häufig | zerstreut | zerteilt | kommt vor |
| Bechsteinfledermaus | zerstreut | selten | selten | nicht bekannt |
| Wasserfledermaus | häufig | häufig | häufig | vermutlich häufig |
| Großes Mausohr | häufig | zerstreut | zerteilt | kommt vor |
| Braunes Langohr | häufig | häufig | häufig | vermutlich häufig |
| Graues Langohr | häufig | zerstreut | zerteilt | nicht bekannt |
| Nordfledermaus | häufig | selten | häufig | vermutlich häufig |
| Zweifarbfledermaus | häufig | selten | häufig | vermutlich häufig |
| Breitflügelfledermaus | zerstreut | zerstreut | häufig | nicht bekannt |
| Großer Abendsegler | häufig | häufig | häufig | vermutlich häufig |
| Kleiner Abendsegler | zerstreut | selten | selten | nicht bekannt |
| Rauhautfledermaus | selten | selten | Sehr selten | nicht bekannt |
| Mückenfledermaus | wenig bekannt | wenig bekannt | wenig bekannt | nicht bekannt |
| Zwergfledermaus | häufig | häufig | häufig | vermutlich häufig |
Finanzierung
Projektträger ist der Naturpark Bayerischer Wald e.V.
Das Fledermausschutzkonzept wird finanziert:
zu 10% über Eigenmittel des Naturparks Bayerischer Wald e.V

zu 40% über die Naturparkförderung des Bayerischen Staatsministeriums
für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz und der Regierung von Niederbayern (www.regierung.niederbayern.bayern.de)

zu 50% über Fördermittel der Europäischen Union -
Interreg III A - Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
Wir bedanken uns bei ...
Patricia Engleitner- Natur ohne Grenzen - die Naturschutzorganisation im Mühlviertel/Böhmerwald (önj Haslach)
Christian Deschka - Natur ohne Grenzen - die Naturschutzorganisation im Mühlviertel/Böhmerwald (önj Haslach)
Jaroslav Červeny - Akademy of Science in Prag
Ludek Bufka und Libor Dvořák - Nationalpark Sumava www.npsumava.cz
Dr. Franz Leibl und Margot Wagner - Höhere Naturschutzbehörde, Regierung von Niederbayern
Margarete Kistler - Arbeitskreis Fledermäuse, Landesbund für Vogelschutz KG München
Dr. Andreas Zahn - Koordinationsstelle für Fledermausschutz Südbayern
Eva Kriner - Koordinationsstelle für Fledermausschutz Südbayern
Prof. Dr. Otto von Helversen - Zoologisches Institut II, Uni Erlangen www.uni-erlangen.de
© Nill / linnea-images - Bilder von Fledermäusen - www.linnea-images.de
Ludwig Rahm - Kartographie und Programmierung - www.gteam.de